Kinderrechte unübersehbar für Erwachsene

28.02.18 / 12:01

Bundespräsident Alexander Van der Bellen unterzeichnet das Gästebuch der Jugendbotschafter bei der UNO in Genf.

Gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffneten 14 Jugendliche aus Vorarlberg in der UNO in Genf die Ausstellung der Riesenkinder zur UN-Konvention der Kinderrechte. Sie alle sind als Jugendbotschafter für die Kinderrechte aktiv und hatten sechs Monaten lang an den Figuren gebaut. Damit wollen sie vor allem bei Erwachsenen für mehr Aufmerksamkeit für die Kinderrechte sorgen und gleichzeitig auch dazu auffordern, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen. Diese Rechnung scheint zumindest an diesem Tag voll aufgegangen zu sein, wie Bundespräsident Van der Bellen in seiner Eröffnungsrede anmerkte.

 

Große Anerkennung für 5 Jahre Engagement

Nach vielen verschiedenen Aktionen, Workshops in Schulen und einem eigens zu den Kinderrechten erarbeiteten Musical ist die Ausstellung im UNO Hauptsitz für die Kinderrechte in Genf ein besonderer Höhepunkt aller Aktivitäten. Viele Hürden waren zu nehmen, bis eine Ausstellung im Rahmen der Vollversammlung des Menschenrechte-Rates genehmigt wird. Die Riesenfiguren hatten bereits in der UNO Wien für viele positive Rückmeldungen gesorgt - das war die Eintrittskarte für die JugendbotschafterInnen ihre Figuren nun in Genf der diplomatischen Welt präsentieren zu können.

 

Bundespräsident gratuliert zu herausragendem Engagement

Die Figuren bringen zum Ausdruck“, so Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner Ansprache, „dass die Kinderrechte zu wichtig für uns alle sind, um sie zu übersehen und dort zu handeln, wo es erforderlich ist.“ Es gebe keinen besseren Platz als hier in den Räumen der UNO, wo die ganze Welt daran erinnert werde, dass die Kinderrechte zu schützen und einzuhalten ein direktes Investment in die Zukunft von uns allen sei. Beteiligung und Raum für Kinder zu geben, sich selbst auszudrücken, sei ebenso wichtig wie der Schutz vor Gewalt, Hunger und Ausbeutung. „Ein ganz großer Dank an das außergewöhnliche Engagement der Jugendbotschafterinnen und Jugendbotschafter für ihre Umsetzung des Themas und die vielen Aktivitäten“, schloss der Bundespräsident seine Rede und ließ sich anschließend gemeinsam mit den Ehrengästen die jeweiligen Figuren genauer erklären.

 

 

Arbeitstreffen mit UN-ExpertInnen

Nach der gemeinsamen Eröffnung mit Bundespräsident Van der Bellen standen eine Reihe von Gesprächen mit hochrangigen VertreterInnen verschiedener UNO-Organisationen auf dem Programm. Dabei wurden die Workshops und Aktionen der JugendbotschafterInnen vorgestellt und neue Kontakte mit ExpertenInnen für künftige Aktivitäten geknüpft. „Mit erfahrenen Fachleuten einen intensiven Dialog zu führen und dort gehört und respektiert zu werden, bedeutet für uns eine große Chance“, so Jugendbotschafterin Jana Berchtold. Darüber hinaus geht es für Projektkoordinatorin Nicole Kantner um die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen: „Wir haben ausgereifte und kindgerechte Workshopmaterialien erstellt, die von den JugendbotschafterInnen nicht nur bei uns, sondern auch in Äthiopien bei Kindern mit großem Erfolg in der Praxis erprobt wurden. Die Sicht von Jugendlichen auf wichtige entwicklungspolitische Themen müssten auch für andere Organisationen von Interesse sein. Diese Erfahrungen wollen wir gerne mit Fachleuten teilen, die an gleichen Themenstellungen arbeiten, um die Situation von Kindern weltweit zu verbessern.

 

Stimme der Jugendlichen wichtig

Seit fünf Jahren stellt die Caritas die Grundlage zur Verfügung, dass sich Kinder und Jugendliche mit den Kinderrechten befassen und sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern einsetzen. Ob dies die Mitbestimmung bei uns im Land betrifft oder beispielsweise den Zugang zu sauberem Trinkwasser für Kinder in Partnerländern der Caritas - die Themen und Aktionen sind vielfältig. „Wir glauben, dass eine Welt machbar ist, in der alle Kinder gut leben können. Dafür wollen wir als Caritas unseren Beitrag leisten, in konkreter Hilfe, im Aufzeigen von Not und im Beteiligen von Kindern und Jugendlichen, wenn es um ein Erarbeiten von Lösungen geht“, erklärt Caritasdirektor Walter Schmolly die Grundmotivation, dieses Engagement bewusst zu fördern. Auch für den Leiter der Caritas Auslandshilfe, Martin Hagleitner-Huber, steht eindeutig fest, dass junge Menschen eigene Perspektiven einbringen, die als wertvolle Impulse für die Arbeit der Caritas gesehen werden: „Das Engagement der JugendbotschafterInnen verändert Sichtweisen und zeigt auf, dass wir im Dialog den Anliegen und Bedürfnissen der Kinder damit wesentlich gerechter werden können.

 

Statemens der JugendbotschafterInnen zur Ausstellung der Riesenkinderfiguren in der UNO Genf:

 

Leonie Lässer

Es ist toll, dass wir hier unsere Figuren ausstellen können. Die Arbeit an den Figuren war sehr herausfordernd, besonders in Erinnerungen sind mir die Versuche bei unserem Riesenkind zum Thema Gesundheit als Frisur aus Luftballonen einen Dutt zu gestalten.

 

Jana Berchtold

Die Riesenfiguren gaben uns wirklich viel Anlass über die verschiedenen Kinderrechte zu diskutieren. Die Skizzen haben wir in den vier Teams untereinander abgestimmt, damit es am Ende ein gemeinsames Ganzes wird. Das hat uns auch als Gruppe sehr zusammengeschweißt.

 

Berfin Kuru

Meine Lieblingsfigur ist jene zur Gleichstellung der Geschlechter, weil mir das Thema besonders wichtig ist. Deshalb habe ich mich auch entschieden, an dieser Figur mitzubauen – die Hände zu gestalten war am Schluss nochmals eine echte Herausforderung.

 

Lena Feurstein

Die über sechs Monate bis zur Fertigstellung waren sehr intensiv, mit einigen Durststrecken, weil die Figuren nur langsam ihr endgültiges Aussehen bekamen. Aus den vielen Diskussionen zur Umsetzung ist mir besonders die Figur der Religionsfreiheit wichtig. Es sollten viele Religionen zum Ausdruck kommen ohne jemand dadurch in seinen Gefühlen zu verletzen.