Eine außergewöhnliche Partnerschaft

12.03.18 / 11:12

Kinder stehen auf einer Plattform in Dornbirn

Anfang Mai ist es wieder so weit: Schülerinnen und Schüler vom Unesco-Projekt des Bundesgymnasium Dornbirn reisen in die armenische Stadt Gyumri – genauer gesagt zur Partnerschule, dem „Gymnasium Nr. 3“. Die beiden Schulen verbindet schon seit 2009 ein freundschaftliches Verhältnis, das gegenseitiges Lernen, Hilfe für arme Familien sowie den Austausch ermöglicht.

Die Themen, die die Jugendlichen in Armenien ebenso beschäftigen, wie jene in Dornbirn, sind ähnliche: Schule und Lernen, Mode, Musik und vieles mehr. Man versteht sich gut und spätestens nach dem Besuch der armenischen SchülerInnen im vergangenen Frühjahr im „Ländle“ sind viele Freundschaften entstanden. Nur eines unterscheidet die Jugendlichen hier und im Kaukasus-Staat: Während hier ein gewisser Komfort, wie etwa eine geheizte Wohnung, Jobperspektiven nach dem Schulabschluss oder ein gut funktionierendes Gesundheitssystem eine Selbstverständlichkeit ist, leben in Armenien viele Menschen in bitterer Armut.

Hannah Drexel und Lisa Loy, beide Schülerinnen des achten Jahrgangs am BG Dornbirn, waren schon im Rahmen eines Schüler-Austauschs vor Ort in Gyumri: „Das war ein sehr prägendes Erlebnis. Teilweise hatte man fast Angst, die Wohnkomplexe zu betreten, so baufällig waren die Gebäude. Keine Fenster, kalt …“ Und trotzdem: „Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit der wir empfangen wurden, war beeindruckend. Es war eine unvergessliche Zeit.“ Zufrieden macht die Schülerinnen auch, dass sie durch ihren Einsatz ganz konkret Menschen helfen können, etwa in „Emils Kleiner Sonne“, einem von der Caritas Vorarlberg erbauten Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Gyumri. „Wir verkaufen beispielsweise Kuchen bei verschiedenen Schulaktionen und suchen Sponsoren, um den Aufenthalt der armenischen Schülerinnen und Schüler bei uns finanzieren zu können. Für sie wäre sonst eine Reise nach Österreich unerschwinglich“, berichten Aurel Drexel, Sanna-Mae Freuis und Elias Braun, die heuer ebenfalls mit nach Armenien fahren. So hat beispielsweise der Rotary-Club kürzlich 800 Euro gespendet, das Maturaball-Komitee der Schule unterstützt die Aktion sogar mit 2.000 Euro und die VKW mit einem jährlichen Betrag von 200 Euro.  Projektkoordinatorin Prof. Angelika Schmölz begleitet die Jugendlichen im Mai nach Armenien und verrät schon ein wenig vom Programm: „Es ist ein Mix aus Begegnungen, Workshops, Kultur und Natur und wird sicherlich eine unvergessliche Zeit.“ Großes Lob für den Einsatz der Dornbirner SchülerInnen gibt es auch von Seiten der Caritas: „Es ist schön zu sehen, mit welchem Engagement und welcher Ausdauer sich die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten einsetzen und so auch ihre Mitschüler für die Not anderer sensibilisieren“, freut sich Michael Zündel von der Caritas Auslandshilfe.