Wenn Arbeit nicht zum Überleben reicht

16.03.18 / 14:01

Eine Baby sitzt im Arm einer Frau auf dem Boden.

Es ist ein Phänomen, das die MitarbeiterInnen der Caritas Beratungsstelle Existenz & Wohnen immer wieder hören: Menschen, die zwar arbeiten, aus ihrem Lohn aber nicht ihre Miete sowie die Lebenskosten bestreiten können. Die Folgen sind nur allzu oft Zahlungsrückstände oder Lohnpfändungen, die die ohnehin schon prekäre Situation noch weiter verschärfen und in manchen Fällen gar den Wohnungserhalt bedrohen.

Familie H. steht beispielhaft dafür: Mutter, Vater, vier Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren. Frau H. übernimmt zu Hause die Kinderbetreuung, das Einkommen des Familienvaters als Handwerker reicht zwar nicht für große „Sprünge“, aber dennoch um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Das ändert sich, als die Vermieter für die Wohnung Eigenbedarf anmelden und der Mietvertrag nicht verlängert wird. „Wir fanden keine Wohnung zu einem vergleichbaren Mietpreis, für die neue Wohnung wurde eine Kaution fällig, außerdem mussten wir eine Küche einrichten. Das brachte uns ordentlich in Schwierigkeiten“, erzählt Herr H. Als das finanzielle Loch und damit verbunden auch die Verzweiflung immer größer wurden, suchte er Hilfe bei der Caritas Beratungsstelle „Existenz & Wohnen“. Die MitarbeiterInnen hören zu, klären ab, ob Ansprüche etwa auf Leistungen der Mindestsicherung bestehen und sorgen durch Überbrückungshilfen, dass Betroffene finanziell wieder in ruhigere „Fahrwasser“ kommen. Sie geben durch konkrete Lösungen den Menschen wieder Hoffnung.

Knapp 6.300 betroffene Menschen – oder umgerechnet 3.217 betroffene Familien - haben Stellenleiter Christian Beiser und sein Team in der Beratungsstelle „Existenz & Wohnen“ im vergangenen Jahr beraten und begleitet. 1.179 Haushalte wurden zusätzlich zur Beratung und gegebenenfalls Weitervermittlung an Behörden und soziale Einrichtungen auch finanziell oder mittels Gutscheinen unterstützt. Ein stets wiederkehrendes Thema ist auch der Mangel an leistbarem Wohnraum, auch hier unterstützt die Caritas: „Bei 64 Wohnungsanmietungen konnten wir einen maßgeblichen Beitrag leisten“, berichtet Christian Beiser aus der Statistik des vergangenen Jahres. Auch im Bereich der Delogierungsprävention kann die Caritas auf Erfolge verweisen – in 89 Fällen konnte entweder durch die Sicherung des Wohnraums oder durch einen Umzug in eine passendere Wohnung erfolgreich geholfen werden.

„Herzen öffnen > Türen schließen“ lautet das Motto der aktuell laufenden Haussammlung. Wichtige Angebote der Caritas - beispielsweise die Lerncafés, die Hospizarbeit, die Einzelfallhilfe oder die Einsätze von Sozial- und Integrationspaten – werden dadurch maßgeblich mitfinanziert.

Spendenkonto: Raiffeisenbank

Feldkirch IBAN AT32 3742 2000 0004 0006

Kennwort: Haussammlung 2018

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