Voll motiviert trotz Rückschlägen

30.04.18 / 12:15

Eine Frau arbeitet in der Wäscheküche

Marianne Lutz lässt sich nicht unterkriegen, sie strahlt Zuversicht und Tatendrang aus, obwohl das Leben es nicht immer gut mit ihr gemeint hat. Mit 37 Jahren wurde sie Witwe mit zwei Kindern. „Es war eine sehr schwierige Zeit, mit den Kindern, dem Haus und das alles alleine schaffen zu müssen.“ Zum Glück hatte sie große Unterstützung von ihrer Familie. „Ansonsten hätte ich nicht im Schichtbetrieb Vollzeit arbeiten können,“ erzählt die Lustenauerin.
Der nächste große Tiefschlag in ihrem Leben folgte vor zwei Jahren. „Es war ein ganz normaler Arbeitstag. In der Pause musste ich ins Personalbüro, dort teilte man mir mit, dass ich meine Sachen packen kann,“ schildert sie den Tag ihrer Kündigung, als wäre er erst gestern gewesen. „Und das nach 28 Jahren Betriebszugehörigkeit. Das war ein Schock. Ich dachte, ich bleibe bei dieser Firma bis zur Pensionierung und dann das.“  Sie hat Monate gebraucht, um mit der neuen Situation fertig zu werden. In dem Jahr, in dem sie gezwungen war, zuhause zu bleiben, hat Marianne Lutz versucht, im Alltag eine Struktur beizubehalten. Mit der Arbeitslosigkeit kamen aber Existenzsorgen. „Je länger ich arbeitslos war, desto frustrierter wurde ich,“ schildert Marianne Lutz.

Selbstwert durch Arbeit

Dann wurde sie auf die „Aktion 20 000“ vom AMS aufmerksam. „Seit Oktober habe ich nun einen Arbeitsplatz beim carla Tex Kleidersortierwerk in Hohenems“, erzählt sie. Die Sammelmenge an Altkleidern ist in Vorarlberg enorm. Bis zu 60 Tonnen werden wöchentlich ins carla Tex Sortierwerk in Hohenems angeliefert. Die Sachspenden werden an verschiedenen Tischen nach Kategorien sortiert, an einem dieser Tische steht Marianne Lutz. Sie hat nun eineinhalb Jahre fix ihren Arbeitsplatz bei carla und bekommt auch während ihrer Beschäftigung Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt. „Die Arbeit hat mein Selbstwert sehr gestärkt,“ so Marianne Lutz. „Jetzt habe ich die Sicherheit, dass es weitergeht.“ Doch was ihre berufliche Zukunft bringt, weiß sie nicht. Ihr Ziel verliert sie dabei jedoch nicht aus den Augen. Sie möchte einen Job, den sie gerne macht und von dem sie auch leben kann. Denn auch mit über 50 Jahren möchte sie noch lange nicht auf das berufliche Abstellgleis gestellt werden.