Halt geben in einer neuen Heimat

01.06.18 / 08:17

„Kinder brauchen Wurzeln und Flügel.“ All jene, die in Kontakt mit Jugendlichen stehen, wissen, wie wichtig in den Jahren des Erwachsen-werdens für junge Menschen ein entsprechender Rückhalt ist. Freiwillig tätige Mentorinnen und Mentoren ermöglichen aus ihrer Heimat geflüchteten jungen Menschen, die ohne Eltern nach Österreich gekommen sind, familiären Anschluss.

Der 17-jährige Mohammad drückt aus, was sich alle „Jungs“ im Haus „Said“ – einer Wohngemeinschaft für unbegleitet minderjährige Flüchtlinge der Caritas in Bregenz - wünschen: „Eine Familie, in der wir willkommen sind, wir ein Stück weit den Alltag miterleben dürfen, die mit uns einen Teil ihrer Freizeit verbringt und die uns weiterhilft, wenn wir Unterstützung brauchen.

Das alles bietet das MentorInnenprogramm der Caritas: MentorInnen unterstützen und begleiten minderjährige Flüchtlinge, um deren Integration zu fördern und das Ankommen in Österreich zu erleichtern. „Da die Jugendlichen ohne Eltern nach Österreich gekommen sind, fehlt ihnen der familiäre Anschluss oft sehr. Durch Mentorinnen und Mentoren lernen diese Jugendlichen `Land und Leute´ sowie unsere Kultur, unsere Gepflogenheiten und Gebräuche kennen“, erläutert Simone Strehle-Hechenberger, die bei der Caritas für das Projekt verantwortlich ist.

Von „MentorInnen“ und „Buddys“
Die Erfahrungen, die die Caritas mit dem MentorenInnenprojekt gemacht hat, sind durchwegs positiv. Deshalb wird das Angebot ab Herbst dieses Jahres erweitert: Durch das Projekt „ProLehRe“ (initiiert von der Caritas Österreich, finanziert durch das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres) werden künftig auch für bleibeberechtigte Jugendliche, die in Vorarlberg eine Lehre absolvieren, BegleiterInnen – so genannte "Buddys“ gesucht. „Diese Freiwilligen fungieren als Brückenbauer zum regionalen Umfeld und stellen einen wichtigen Puzzlestein für die soziale und berufliche Integration dar“, erläutert Projektbegleiter Joachim Breuss. „Sehr viele Lehrlinge arbeiten zwar sehr tüchtig, haben auf Grund der sprachlichen Barrieren jedoch Mühe, die schulischen Anforderungen zu meistern.“ Frauen und Männer ab 21 Jahren, die bereit sind, sich längerfristig mindestens einmal pro Woche als MentorIn oder Buddy jugendliche geflüchtete Menschen zu unterstützen, sind im Freiwilligenteam der Caritas herzlich willkommen. Im September ist ein Infoabend geplant, bei dem Interessierte nähere Details erfahren.

Freiwillige MentorInnen und Buddys gesucht

Infos: Joachim Breuss, 0676/884207918, joachim.breuss(at)caritas.at