Hilfe > Hunger. Weil Veränderung möglich ist!

29.06.18 / 13:36

Eine Frau haltet ein Baby im Arm

Es ist nicht egal, wo ein Kind geboren wird. In weiten Teilen Äthiopiens „begleiten“ Hunger und Mangelernährung Babys und Kleinkinder vom ersten Tag an. Jedes dritte Kind in Afrika ist chronisch unterernährt. Gemeinsam möchte die Caritas Österreich durch die Hungerkampagne in den kommenden Wochen 150.000 Kinder vor Hunger bewahren. Die Caritas Vorarlberg unterstützt schwerpunktmäßig Projekte in Äthiopien und Mosambik.

Caritas-Mitarbeiter Michael Zündel ist soeben aus Äthiopien zurückgekehrt, dort hat er die Hilfsmaßnahmen der Caritas Vorarlberg vor Ort koordiniert. Nach der großen Dürre im vergangenen Frühjahr haben sich Menschen, Tiere und Natur etwas erholt. Durch Hilfe aus Vorarlberg konnten damals 800 Kinder und Jugendliche an drei Schulen durch ein tägliches warmes Mittagessen über die harte Zeit der Dürre gebracht werden. „Schon beim Herfahren bot sich uns ein völlig anderes Bild als ein Jahr davor. War damals alles ausgetrocknet und verdorrt, so erlebten wir die Region diesmal grün“, berichtet Michael Zündel. Er besuchte auch verschiedene Familien, in denen die Caritas damals Nothilfemaßnahmen umgesetzt hat. So auch Bati Alkamo, eine alleinstehende Mutter von fünf Kindern. „Der Besuch im vergangenen Jahr hat mich sehr betroffen gemacht. Für das Überleben ihrer Kinder während der Dürre und auch heute noch geht die Frau bis an ihre Grenzen“, berichtet Michael Zündel. So musste sie letztes Jahr täglich mehr als zehn Kilometer zur nächsten Wasserausgabestelle zurücklegen, während Embali, ihre älteste, damals zehnjährige Tochter auf die kleineren Geschwister achtgeben musste. Zwischenzeitlich darf Embali wieder zur Schule gehen, da die Mutter am Vormittag jetzt zu Hause ist. Dennoch hat sich die Situation für die Familie nur bedingt entspannt: Das letzte Kälbchen, das die Familie im vergangenen Sommer noch hatte, ist verendet, seither besitzt die Familie selbst keine Tiere mehr. Verwandte haben ihr jedoch zwei Ziegen leihweise gegeben, damit Bati Milch für die Kinder  hat.

Auch an anderen „Brennpunkten“ in Äthiopien brauchen Menschen dringend Hilfe: In der Gedeo-Zone im Süden Äthiopiens kam es im April zu Konflikten zwischen den Bevölkerungsgruppen Guji und Gedeo. Die Situation eskalierte, 144.000 Menschen beider Bevölkerungsgruppen wurden vertrieben. Über 1.600 Menschen – darunter viele Kinder, schwangere und stillende Mütter sowie ältere Menschen – sind in die katholische Missionsstation in Galcha geflüchtet. Sie haben bis auf die Kleidung, die sie am Leib trugen, alles verloren: Nutztiere, Haushaltsgegenstände und ihre Ernte. Die Caritas startete umgehend mit der Bereitstellung von Nahrungsmittel und Spezialnahrung für 4.400 Menschen und stellte Kleidung sowie  Medikamente zur Verfügung.

„Die Hungerkampagne ruft die Realität der hungernden Kinder in Erinnerung und schafft auch den Rahmen, etwas beizutragen“, betont Caritasdirektor Walter Schmolly. Im Kampf gegen den Hunger sind speziell Frauen und Mütter die wichtigsten Akteurinnen. Mit den Spenden aus der Hungerkampagne 2018 werden deshalb auch Gesundheits- sowie Ernährungssicherungsprogramme für die Familien finanziert. „Möglich ist die Hilfe vor allem auch deshalb, weil es in den betroffenen Ländern Einzelpersonen, Gemeinschaften, Orden oder Caritas-Organisationen gibt, die es als ihre Berufung und ihren Auftrag wissen, mit großem Herz und Professionalität für die Kinder zu arbeiten. Über ihre Arbeit kommt die Hilfe nachhaltig und präzise bei den Familien an.“

Wichtig ist der Caritas dabei, dass die Menschen Hilfe zur Selbsthilfe erhalten, damit sie ihr Überleben vor Ort künftig selbst sichern können. Setzen wir gemeinsam Schritte, um den Hunger nachhaltig zu bekämpfen. Weil wir überzeugt sind: Hilfe > Hunger!

 

Caritas-Hungerkampagne

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Kennwort: Hungerhilfe

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