Von reich und arm und dem dazwischen

09.08.18 / 15:01

Eine Halle voller Kunstbilder

Kunst bereichert. Kunst verbindet. Kunst heilt. Das kreative Arbeiten mit dem Kunstpädagogen Marco Ceroli war für elf jugendliche Flüchtlinge der Caritas-Wohngemeinschaft „Haus Said“ eine Möglichkeit, Erlebtes aufzuarbeiten, aber auch unbeschwerte Stunden zu haben. Drei beeindruckende Bilder sowie zwei Skulpturen sind dabei entstanden.

Es war bereits der dritte Workshop mit dem Haus Said. Dieses Jahr war das Hauptthema `con.traste 2018 - Reichtum und Armut´“, erläutert Kunstpädagoge Marco Ceroli. Aus seiner Erfahrung können sich die geflüchteten jungen Menschen sehr gut auf das künstlerische Arbeiten einlassen, auch wenn oftmals existenzielle Sorgen ihren Alltag prägen. „Die entstandenen Kunstwerke zeigen klare und starke Aussagen. Wenn die Worte fehlen, fällt es den Jugendlichen oft leichter, etwas durch die visuelle Sprache zu erzählen. Erst als die Bilder fertiggestellt waren, hatten alle Jugendlichen das Bedürfnis, die Symbolik der Bilder zu erklären. Das hat sie motiviert, nach Wörtern zu suchen oder sich mit den Händen verständlich zu machen.

Gearbeitet wurde mit unterschiedlichen Techniken – inspiriert wurden die Teilnehmer dabei durch verschiedene Künstler, die im Kunsthaus Bregenz schon einmal ausgestellt haben. „Meine Idee ist es, ganz verschiedene Techniken vorzustellen, damit die Jugendlichen herausfinden können, was ihnen am besten liegt und gefällt.“ Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß Marco Ceroli, dass das kreative Arbeiten heilsam ist und erzählt ein Beispiel: „In der ersten Serie haben die Jugendlichen unter anderem zwei Moscheen mit verschiedenen Friedenssymbolen aus Ihrer Kultur realisiert. Als die Bilder dann im Haus Said an der Wand hingen, war es für alle Bewohner des Hauses so, dass jeder mit dem Bild seine Heimat verband. Wenn Besucher ins Haus kamen, haben sie mit Hilfe der Bilder über ihr früheres Zuhause erzählt.

Die entstandenen Kunstwerke sind übrigens derzeit im Haus Said ausgestellt. „Sie sind ein wertvoller Beitrag der Jugendlichen zur Wohlfühlatmosphäre im Haus sowie zur eigenen Identität“, bestätigt auch Stellenleiterin Margaritha Matt von der Caritas. Am Freitag, 5. Oktober, um 15 Uhr ist eine Führung mit Marco Ceroli sowie ein persönlicher Austausch geplant, wer dabei sein möchte, kann sich schon jetzt unter ausstellung(at)caritas.at anmelden. In der Vorweihnachtszeit ist zudem eine öffentliche Ausstellung in Planung. Bedanken möchte sich Margaritha Matt an dieser Stelle auch bei allen Engagierten, die diese Workshops ermöglichen: dem Kunsthaus Bregenz, der Kulturabteilung der Vorarlberger Landesregierung sowie den vielen Spenderinnen und Spendern.