Beschäftigung ermöglichen anstatt tatenlos warten lassen

27.08.18 / 16:49

45 von der Caritas in Vorarlberg betreute AsylwerberInnen machen aktuell eine Lehre. Für viele dieser Lehrlinge und auch für die Lehrbetriebe ist das immer wieder eine große Herausforderung, aber letztlich ist es für beide Seiten eine win-win-Situation.

Die große Zahl an offenen Lehrstellen zeigt, dass die bestehende Regelung, wonach asylwerbende Personen unter 25 Jahren in Mangelberufen eine Lehre absolvieren können, den Betrieben und der Wirtschaft hilft. „Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wie viel Sinn die Lehrausbildung für die asylwerbenden Personen und damit auch für die Gesellschaft macht. Anstelle des Vakuums, das entsteht, wenn asylwerbende Personen während dem Verfahren nur tatenlos zuwarten müssen, gibt die Lehre eine stabilisierende Tagesstruktur, sie verstärkt die Motivation rasch Deutsch zu lernen und sich fortzubilden, sie hilft Potenziale zu entfalten und schafft Beziehungen, die oftmals weit über die Arbeit hinausgehen und die Integration voranbringen“, so Caritasdirektor Walter Schmolly. Hinzu kommt, dass Personen, die einen positiven Asylbescheid erhalten, durch die Lehre einen riesigen Vorteil in der nachhaltigen Arbeitsmarktintegration haben. 

 

Es braucht mehr anstatt weniger Bildungsmöglichkeiten für asylwerbende Personen

Walter Schmolly weiter: „Anstatt Möglichkeiten für asylwerbende Personen zu reduzieren, sollte die Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass erstens die Asylverfahren rascher und qualitätsvoll geführt werden und zweitens die asylwerbenden Personen die Zeit ihres Asylverfahrens bestmöglich für das Deutschlernen und für Bildung nutzen können.“ Das Innenministerium verspricht seit Langem die Beschleunigung der Verfahren, schafft das aber offenbar trotz stark abnehmender Antragszahlen nicht. „Es hilft wirklich niemandem, die jungen Menschen während dieser vielen Monate und teils mehreren Jahren zum Nichtstun zu zwingen. Im Gegenteil, die Bundesregierung verschärft damit ungelöste Problemlagen im Bereich des Asylwesens und der Integration. Die Fortsetzung findet diese Politik in der Streichung und Kürzung von AMS-Fördermaßnahmen für bleibeberechtigte Personen“, so der Caritasdirektor abschließend.