Zehn Jahre Mobiles Palliativteam Vorarlberg

26.09.18 / 10:08

Zehn Jahre Mobiles Palliativteam Vorarlberg - Aus diesem Anlass wird am Donnerstag, 4. Oktober eine Fachtagung sowie ein öffentlicher Vortrag statt. Oberarzt Dr. Otto Gehmacher referiert um 19 Uhr im Löwensaal Hohenems zum Thema „Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung zuhause“.

Herr N. ist 77 Jahre alt. Er war sein leben lang Sportler, Lebensmensch. Er wohnt in einem idyllischen Häuschen am Berg, seinen Garten hat es selbst liebevoll gestaltet. Jetzt ist er schwer erkrankt und bekommt nur sehr schwer Luft. Sein Wunsch ist es, möglichst lange zu Hause bleiben zu können. Im Netzwerk mit seiner Gattin und den betreuenden Ärzten spielt auch das mobile Palliativteam eine wichtige Rolle: Die erfahrenen PraktikerInnen verschaffen dem Patienten Erleichterung, indem sie wiederholt das Wasser aus dem Brustkorbraum abziehen. So bleiben Herrn N. die mühsamen Wege ins Krankenhaus erspart. An guten Tagen kann der Pensionist sogar wieder kleine Arbeiten im Garten erledigen. Als sich sein Zustand weiter verschlechtert, ist es vor allem seine Frau, die Unterstützung durch Gespräche, aber auch fachliche Anleitung in der Pflege braucht. Als Herr N. verstirbt, ist der Gedanke, dass sie ihm diesen letzten großen Wunsch erfüllen konnte, sehr tröstlich.

Seit zehn Jahren unterstützt das Mobile Palliativteam Hausärzte sowie die Hauskrankenpflege, um für PatientInnen und Angehörige möglichst gute Bedingungen zu schaffen. Das Zusammenwirken von engagierten Angehörigen und eines dichten Netzwerks an betreuenden und unterstützenden Diensten schafft die Voraussetzung, dass schwer erkrankte Menschen möglichst lange zu Hause bleiben können. Insbesondere bei Schmerzen des/der PatientIn, aber auch bei aufwändigen medizinischen und pflegerischen Anforderungen, bei psychosozialen und sozialrechtlichen Problemen oder beim Übergang vom Krankenhaus nach Hause brauchen Angehörige und Pflegende Unterstützung. Steht das Mobile Palliativteam den betreuenden Diensten sowie den Angehörigen mit Wissen und viel Erfahrung unterstützend zur Seite.

Zehn Jahre MPT sind auch ein Anlass, um auch Bilanz über dieses sehr wertvolle und erfolgreiche Projekt zu ziehen: „In diesen Jahren konnten wir in über 7.000 Einsätzen rund 3.000 PatientInnen wirksam unterstützen. Dadurch fühlten sich auch die Angehörigen sicherer und entlastet, wie eine Erhebung der Fachhochschule deutlich zutage brachte. Das Mobile Palliativteam war im ganzen Land unterwegs“, so OA Dr. Otto Gehmacher von der Palliativstation des LHK Hohenems sowie Dr. Karl Bitschnau, Leiter von Hospiz Vorarlberg. Das Mobile Palliativteam Vorarlberg ist ein Kooperationsprojekt von Hospiz Vorarlberg (Caritas) und dem Landeskrankenhaus Hohenems.

Am Donnerstag, 4. Oktober, findet anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Mobilen Palliativteams eine Fachtagung sowie ein öffentlicher Vortrag am Abend statt: OA Dr. Otto Gehmacher referiert unter dem Titel „Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung zu Hause“ mit Beginn um 19 Uhr im Löwensaal Hohenems. Die Das anschließende Podiumsgespräch wird von Dr. Walter Fink moderiert.
Interessierte sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei, Anmeldung ist keine erforderlich.

10 Jahre Mobiles Palliativteam

Öffentlicher Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung zu Hause“
Donnerstag, 4. Oktober, 19 Uhr
Löwensaal Hohenems
Anmeldung ist keine erforderlich. Der Eintritt ist frei.