„Wir haben drei Mal täglich die Wahl“

19.10.18 / 14:30

Die Fakten: Die acht reichsten Menschen der Welt haben so viel Besitz, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen. Unser Konsumverhalten bewirkt in vielen Teilen Afrikas eine Klimaveränderung, die die Menschen vor Ort in existentielle Not bringt. Und wie sehen diese Tatsachen beispielsweise die Menschen in Äthiopien?

Abba Dida Wario und Mammo Beriso kommen aus Äthiopien, genauer gesagt aus der Region Borana. Sie sind Partner der Caritas Vorarlberg und unterstützen vor Ort tagtäglich den Kampf gegen Hunger und Mangelernährung in der immer wieder durch Dürre und Überflutungen betroffenen Region. Einen Aufenthalt in Vorarlberg nutzten sie, um die von der Caritas Vorarlberg gemeinsam mit der inatura gestalteten Ausstellung „Wir essen die Welt“ zu besichtigen.

Diese Ausstellung zeigt ganz deutlich den Bezug des europäischen Konsumverhaltens mit dem Klimawandel in Äthiopien auf: „Durch den Klimawandel haben sich die Anbauphasen für die Bauern verringert. Die Regenzeiten im Frühjahr und Herbst werden immer unsicherer und die Niederschläge sinken tendenziell. Gleichzeitig kommt es immer häufiger zu extremen Niederschlägen und Überflutungen“, erläutert Caritas Auslandshilfe-Mitarbeiter Michael Zündel. Ein weiteres Problem: Die höheren Temperaturen führen dazu, dass sich Schädlinge verbreiten. „85 Prozent der Bevölkerung lebt am Land und von dem, was die Erde hergibt. Für diese Menschen sind diese Veränderungen fatal.“

Der Priester Abba Dida Wario spricht sich auch für einen globalen Zusammenhalt aus: „Wir Menschen zerstören so viele Dinge und unsere Entscheidungen betreffen immer auch andere Menschen. Umweltschutz muss weltweit ein Thema sein. Wir haben tagtäglich die Wahl und können verändern.“ Und ist Umweltschutz in einem Land, in dem die meisten Menschen um ihre Existenz kämpfen, überhaupt ein Thema? „Sehr vielen Menschen fehlt das entsprechende Wissen um die Zusammenhänge unserer landwirtschaflichen Produktion und deren Auswirkungen auf das Klima, daher ist eine verbesserte Bildung vor allem für die junge Generation eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft.“, erläutert Mammo Beriso. Denn es gelte auch in Äthiopien gerade bei der Jugend das Bewusstsein und das Verständnis für Zusammenhänge zu schärfen. „Beim Essen und der Produktion unserer Lebensmittel kann man täglich die Welt verändern.“

Die Ausstellung „Wir essen die Welt“ in der inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn lädt gemeinsam mit der Caritas Vorarlberg zu einer Weltreise auf den Spuren unserer Lebensmittel ein – zu sehen bis September des kommenden Jahres. Alle Infos: www.caritas-vorarlberg.at.