Der Nikolaus im Rollstuhl

30.11.18 / 10:09

Alexander Raggl

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember erzählt Alexander Raggl von seinem Leben, seinen Wünschen für die Zukunft und den Herausforderungen, die ein Leben im Rollstuhl mit sich bringen.

 

Seine Augen scheint ein ständiges Lächeln zu umgeben, wenn man sich mit dem 43-jährigen Alexander Raggl unterhält. Doch Alex, wie ihn seine Freunde nennen, kann auch ganz ernst sein, zum Beispiel wenn es um die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung geht. Genau wegen diesem Engagement wurde er von seinen Werkstätte-KollegInnen auch zum Selbstvertreter gewählt. „Ich finde so einen Tag wie den 3. Dezember sehr wichtig, weil wir genauso gesehen werden sollten, wie jeder andere Mensch auch. Ich weiß von vielen aus der Werkstätte, dass sie in der Gesellschaft nicht so akzeptiert werden wie sie sind und sehr darunter leiden“, so der engagierte Sportler. Barrierefreie Zugänge, leichtere Sprache und genügend Arbeitsplätze am Arbeitsmarkt für Menschen mit Beeinträchtigung sind ihm ein großes Anliegen. „Es ist für uns wichtig, ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können, darum lebe ich auch schon seit einigen Jahren in einer eigenen Wohnung“, so der gelernte Schreiner. Das Leben in einer betreuten Wohnung der Caritas war nichts für den aktiven Rollstuhlfahrer. Er genießt die Freiheit, die seine eigenen vier Wände ihm bieten, kann Freunde zu Besuch einladen und kommen und gehen wie es ihm gefällt. „Gerne gehe ich mal mit meinen Freunden oder meiner Freundin aus, mit dem Bus komme ich gut überall hin“. 

 

Urlaubspläne

Einschränken lässt sich Alex, der seit einem Schiunfall im Rollstuhl sitzt, nicht. Auch dann nicht, wenn er so wie momentan, mit einer verletzten Schulter zu kämpfen hat. „Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr, wenn ich mit meinen Freunden und mit meiner Freundin nach Spanien fliege, um dort Urlaub zu machen. Fliegen ist das allerbeste“ - er liebt den Blick von Oben auf die kleinen Häuser unter ihm. Alexander betont, dass er nicht mit einer speziell für Menschen mit Beeinträchtigung organisierten Reise diesen Urlaub gebucht hat, sondern als ganz normaler Tourist reisen wird. Viele Wünsche hat der sympathische Mann aus Nenzing sonst eigentlich nicht. „Ich hätte gerne ein Haustier, am liebsten einen Hund, aber das ist leider in meiner Wohnung nicht erlaubt.“ Dennoch beschäftigt ihn derzeit ein ganz anderes Thema. Denn seit drei Jahren spielt er für die Spielgruppe „Buntstiftle“, die in der Werkstätte Bludenz angesiedelt ist, den Nikolaus. „Ich mache das total gerne und die Kinder stört das überhaupt nicht, dass der Nikolaus im Rollstuhl sitzt“, schmunzelt Alexander Raggl, der sich schon auf seinen nächsten Auftritt in wenigen Tagen freut.