Menschen durch schöne und schwere Zeiten begleiten

19.02.19 / 15:19

Fünf Jugendliche halten alle ihre Arme in die Mitte und haben ihre Hände aufeinandergelegt. Das Foto wurde von oben aufgenommen.

Während die Caritas in einigen anderen Bundesländern auch Pflegeheime betreibt, geschieht in Vorarlberg die Unterstützung mit Ausnahme von Wohngemeinschaften für Menschen mit Beeinträchtigung hauptsächlich ambulant. Die Angebote sind deshalb vielfältig – von Geburt an, etwa durch die Familienhilfe bis hin zu Sterben und Trauer – hier unterstützt Hospiz Vorarlberg.

Familie B. aus dem Vorarlberger Oberland sieht einem freudigen Ereignis entgegen: Nachwuchs steht ins Haus. Trotz aller Vorfreude machen sich die Eltern auch Sorgen. Wer soll die drei größeren Geschwister versorgen, wenn die Mutter ins Krankenhaus muss? Schon in der Schwangerschaft musste Julia B. viel Zeit liegen, der werdende Vater hat dadurch schon sehr viel seiner Pflege- und Urlaubstage aufgebraucht. Die Omas leben nicht in Vorarlberg und fallen als Unterstützung aus. Der Einsatz der Familienhilfe ist für sie die richtige Hilfe zur richtigen Zeit. „Wir sind total froh, dass es jemanden gibt, der in die Familie kommt und so unseren Alltag aufrechterhält“, so die dankbare Rückmeldung der Familie. „Für die Kinder läuft alles fast normal weiter und für uns ist die Unterstützung unendlich wertvoll.“

Hospiz für Kinder

Während sich Familie B. über neues, junges Leben freuen darf, musste sich eine andere Familie von ihrem Kind verabschieden. Hospiz für Kinder – kurz HoKi - begleitete die Familie in den vergangenen Monaten. Koordinatorin Beatrix Berthold steht mit einem Team von 26 HospizbegleiterInnen Kindern und Familien zur Seite und ist für sie da, wenn sie von Trauer, Krankheit und Sterben betroffen sind. „Für die Kinder sowie die Familien ist es ermutigend jemand zu haben, mit dem sie diesen Weg gemeinsam gehen können. Wir beraten und begleiten zu Hause, im Krankenhaus oder in Betreuungseinrichtungen.“ Wird ein erkranktes Kind längere Zeit im Krankenhaus versorgt, bedeutet das für Mütter und Väter oft eine große Herausforderung. HoKi-BegleiterInnen sind auch hier im Einsatz und unterstützen die betroffenen Eltern. Mit Trauertreffs für Kinder hat HoKi in Arbogast, Bludenz und Bregenz ein zusätzliches Angebot geschaffen: „Kreativ und spielerisch finden Gefühle hier ihren Ausdruck – auch ohne Worte“, so Beatrix Berthold.

Hospizbegleitung für Erwachsene

Hospiz Vorarlberg rückt die letzte Lebensphase in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und stellt sich all den Fragen, die lebensbedrohlich erkrankte und trauernde Menschen sowie deren Angehörige haben. Rund 250 ehrenamtlich tätige Hospiz-
MitarbeiterInnen begleiten in ganz Vorarlberg Menschen auf ihrem letzten Weg und stützen die Angehörigen in dieser schweren Zeit des Abschiednehmens. Auch Kinder und Jugendliche werden in diesen Ausnahmesituationen speziell mitbetreut. So sorgen wir umfassend für eine Entlastung der Familien. Seit knapp einem Jahr gibt es zusätzlich das Hospiz am See, ein letztes Zuhause für Menschen am Ende ihres Lebens.

SozialpatInnen

Einsamkeit ist in den kommenden Jahrzehnten wohl eine der größten Herausforderungen. Die Pfarrcaritas begegnet dieser Not mit entsprechenden Angeboten, etwa dem der Sozial- und IntegrationspatInnen. „Inzwischen sind es über 300 Frauen und Männer, die in Vorarlberg als Sozial- und IntegrationspatInnen aktiv sind und ein wertvolles Netz der Nächstenliebe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen bilden“, so Ingrid Böhler, Leiterin der Pfarrcaritas über das Projekt, das kürzlich sein zehnjähriges Bestandsjubiläum feiern konnte.

Angebote für SeniorInnen

Ob Aktion Demenz, Seniorenerholung oder Spaziergangbegleitung – auch für ältere Menschen schaffen Pfarrcaritas- oder Sozialkreise Begegnungsräume für Senioren. Hier können sich ältere Menschen treffen und austauschen, Kaffee und Kuchen oder Brötchen essen, miteinander singen, spielen und lachen, Vorträge zu altersgerechten Themen hören – und ihren Alltag für ein paar Stunden hinter sich lassen.

Lebendige Nachbarschaft

„LE.NA“ lautet die Abkürzung für ein neues Besuchs-Modell der Pfarrcaritas im Großraum Bludenz mit dem Ziel, Menschen Zeit und Freude zu schenken.
Denn nicht jeder Mensch hat das Glück eine große Familie und ein gut funktionierendes soziales Netz um sich herum zu haben. Immer wieder gibt es auch Menschen, die einsam oder alleine sind und aus verschiedensten Gründen nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Freiwillige MitarbeiterInnen von LE.NA besuchen (ältere), alleinstehende und oftmals auch isoliert lebende Menschen in ihren Wohnungen oder in einer Senioreneinrichtung. Sie unterstützen damit deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und entlasten oftmals auch deren Angehörige. Im April starten übrigens neue Schulungsmodelle für Freiwillige, die sich als ehrenamtliche LE.NA-BesucherInnen engagieren möchten. Für dieses und andere Angebote der Caritas werden laufend zusätzliche Freiwillige gesucht. Freiwilligen-Koordinatorin Michaela Mathis freut sich über die Kontaktaufnahme (E: freiwilligenarbeit@caritas.at, T. 05522/200-1041).

Infos über alle Angebote:
www.caritas-vorarlberg.at