Für Veränderungen stärken

01.03.19 / 13:32

Am 8. März ist Weltfrauentag. An diesem Tag werden die Frauenrechte ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. In vielen Bereichen gibt es immer noch keine Gleichberechtigung und Gleichstellung. Doch es gibt auch positive Entwicklungen, wie das Beispiel der 13-jährige Derartu aus Äthiopien zeigt.

Derartu ist ein aufgewecktes, intelligentes Teenie-Mädchen. Sie geht nach wie vor zur Schule – ein Privileg, werden doch Mädchen in ihrer Heimat in Tute Koremetu, einem kleinen Dorf im Süden Äthiopiens, nur allzu oft schon mit zwölf-dreizehn Jahren verheiratet. Deratu ist sehr stolz auf ihre Mutter. Nicht nur, weil sie sich dafür einsetzt, dass alle fünf Kinder der Familie auch die Oberstufe in der Schule besuchen dürfen, sondern in erster Linie auch, weil sich die Mutter als starke Frau gezeigt hat und entgegen aller Traditionen und unabhängig vom gesellschaftlichen gewehrt hat: Ihre Töchter sollen weder die grausame Genitalverstümmelung erleiden müssen, noch eine arrangierte Hochzeit eingehen müssen.

Zusammen mit lokalen Projektpartnern und der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit  hat die Caritas Österreich in den Diözesen Meki und Awassa das Projekt „Sekayen Atabizut – Lassen Sie mich nicht leiden“ ins Leben gerufen, um Mädchen, Buben und LehrerInnen, Familien und Gemeinden über die negativen Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) zu informieren und diese zu befähigen, eine aktive Rolle im Kampf gegen FGM einzunehmen. Nach und nach ist die Veränderung spürbar: „In abgelegenen Regionen ist es für Mädchen nicht immer leicht, sich für ihre Rechte einzusetzen oder `Nein´ zu schädlichen traditionellen Praktiken zu sagen. Doch die 13-jährige Derartu hat gelernt, dass jede Frau unabhängig von Alter, Kultur, religiösem oder sozioökonomischem Status Rechte hat. Das Recht, die eigene Meinung vertreten zu dürfen und das Schicksal in den eigenen Händen zu halten. Gelernt hat sie das in einem Gender Club in ihrer Schule“, berichtet die Projektverantwortliche von der Caritas Auslandshilfe, Marion Burger.

Gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmelung
Weltweit sind mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen – die meisten von ihnen leben in Afrika und im Mittleren Osten. Auch hier gilt: Aufklärungsarbeit bringt Veränderung mit sich – sehr positive Veränderung, wie das Beispiel von Deratu eindrücklich zeigt. Das Mädchen ist glücklich, dass immer mehr Mädchen in Tute Koremtu sich vereinen und ihre Stimmen erheben, mehr als je zuvor. Mädchen in ihrem Kebele kämpfen um Veränderung, denn das Projekt „Sekayen Atabizut“ inspiriert sie und ebnet den Weg. Derartu weiß, dass dieses Projekt nicht nur die Mädchen motiviert und unterstützt, sondern auch die Familien und Menschen in ihrem Umfeld.

Infos zur Caritas Auslandshilfe

Möglichkeit zu Spenden: Raiffeisenbank Feldkirch
IBAN: AT 32 3742 2000 0004 0006
Kennwort: Auslandshilfe