Sucht kennt keine Altersgrenzen

24.03.19 / 11:51

Großes Interesse herrschte kürzlich an dem neuen Fortbildungsprogramm der Caritas Suchtarbeit zum Thema „Sucht im Alter“. Im Sozialzentrum VorderlandHUS in Röthis absolvierte das interessierte Pflegepersonal den ersten Teil des Weiterbildungsprogrammes und tauchte schon tief in die Materie ein.

Immer häufiger sehen sich Pflegefachkräfte in Pflege- und Altersheime mit der Suchtthematik in ihrer Arbeit konfrontiert, werden aber in ihrer Ausbildung nur am Rande auf diese Problematik vorbereitet“, so Christine Morscher, von der Caritas Suchtfachstelle in Feldkirch. Und vielfach gleichen sich die Symptome von Suchtmittelmissbrauch und normaler „Altersschwäche“: Störung der Hirnleistung, Interessenlosigkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit sind nur einige Beispiele dazu. Doch wie geht man als Pflegeheim damit um? „Wir sind hier ein Daheim für die Menschen und kein Krankenhaus. Die Menschen können sich soweit möglich frei bewegen und ein selbstbestimmtes Leben führen“, so Tanja Riedmann, Pflegedienstleitung im VorderlandHUS. 

Bewusstsein schaffen

Alkohol und Medikamentenabhängigkeit machen auch vor den Pflegeheimen des Landes nicht halt. Laut einer Studie des DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.) weisen in Deutschland acht bis 13 Prozent der über 60-Jährigen problematischen Gebrauch psychoaktiver Medikamente auf oder sind medikamentenabhängig. 3,3 Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen über 64 weisen einen behandlungsbedürftigen Alkoholismus auf. „Auch bei uns im Pflegeheim leben immer wieder suchtkranke Menschen“, so Pflegedienstleiterin Tanja Riedmann. Eine Situation also, die vom Pflegepersonal eine gewisse Sicherheit im Umgang mit Suchtkranken erfordert. „Daher ist es wichtig, unsere MitarbeiterInnen in dieser Thematik zu schulen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Ich finde dieses Angebot der Caritas wirklich sehr gut und informativ, vor allem, weil wir daraus auch für unsere weitere Arbeit einen Handlungsplan erarbeiten wollen“, so die engagierte Pflegedienstleiterin weiter.

Caritas Suchtfachstelle

Die Suchtfachstelle der Caritas bietet Menschen mit den verschiedensten Suchterkrankungen in ganz Vorarlberg individuelle Angebote. „Unsere professionellen Teams beraten und begleiten all jene, die den Weg der Abhängigkeit verlassen und in Richtung Selbstbestimmung gehen möchten. Unterstützung finde auch jene, die als Angehörige von Sucht betroffen sind, sei es im privaten wie auch im beruflichen Kontext“, so Monika Chromy, Fachbereichsleiterin der Suchtfachstelle.

Informationen zum Workshop "Sucht im Alter"

Christine Morscher
T 05522/200-1700, E christine.morscher(at)caritas.at