Sozialpaten-Geschichte: Ein wunderbarer Abend im Schnee

12.04.19 / 10:03

Sude liebt es, spazieren zu gehen – und was sie noch mehr liebt, ist das Fangen spielen. Trotz ihrer kleinen Einschränkung beim Gehen durch ihre Behinderung lässt sie keine Gelegenheit aus, wegzurennen und „fang mi“ zu schreien. Ich bin natürlich schneller als sie, jedoch wäre es natürlich langweilig, diesen Vorteil auszunutzen. Deshalb renne ich immer kurz vor und hänge mich an ihre Fersen, sodass sie glaubt, ich hätte sie gleich, und lasse mich dann jedoch wieder zurückfallen. Das gefällt ihr und mir natürlich auch, denn sie gluckst, reißt die Augen auf und scheint glücklich.

Schneeballschlacht und Schneemann
An einem Wintertag mit viel Schnee gingen wir nicht ganz so weit, denn viel verlockender war die Wiese gleich nach der Siedlung mit dem vielen Schnee.
Es war eiskalt, aber wir fingen an, im Schnee zu spielen. Erst mit einer kleinen Schneeballschlacht, dann haben wir angefangen, einen Schneemann zu bauen – zumindest die untere Kugel. Sie wurde immer größer und Sude wollte sie durch gemeinsames Rollen im Schnee immer größer machen.

„Mir ist nicht kalt!“
Ich hatte schon so an den Fingern gefroren, dabei hatte ich richtige Handschuhe an. Im Vergleich dazu hat Sude nur dünne Stoffhandschuhe getragen. Ihr muss kalt gewesen sein, dennoch antwortet sie auf die Frage, ob ihr kalt sei, immer mit „nein“. Und so spielten wir weiter und vergrößerten die Kugel, die man nun nicht mehr rollen konnte, indem wir Schneebälle darauf klebten. Wir vollendeten den Schneemann schließlich mit drei weiteren Kugeln.

So viel gelacht habe ich schon lange nicht mehr!
Nachhause konnte ich Sude natürlich nur mit Fangerl spielen locken. Auf dem Weg wurde natürlich auch keine Gelegenheit ausgelassen, ihr Können im Balancieren zu üben.
Jedes Mäuerchen, sei es eine Grundstückseingrenzung oder der Bordstein, wurden genutzt. Dabei hielt sie immer fest meine Hand, denn sie wusste scheinbar nur zu gut, dass sie öfter etwas wackelig auf den Beinen war.
Zuhause angekommen, war ich froh, wieder im Warmen zu sein und zufrieden, dass Sude scheinbar so viel Spaß mit dem Schnee hatte. Und ich muss zugeben, so viel gelacht durch „Blödeleien“ im Schnee habe ich auch schon lange nicht mehr. Trotz der für mich schon unangenehmen Kälte war es ein wunderbarer Abend im Schnee.