Drastic Plastic: Raus mit PET-Flaschen aus Schulen

07.05.19 / 10:31

Corinna Heinzle und Jennifer Kidd setzen sich als JugendbotschafterInnen der Caritas Auslandshilfe für Glas- statt Plastikflaschen an höheren Schulen ein.

Was möchtet ihr mit dem Projekt „Drastic Plastic“ erreichen?

Wir haben uns zum Ziel gesteckt, alle höheren Schulen davon zu überzeugen, Plastikflaschenautomaten auf Glasautomaten umzustellen. Es gibt dazu einen eigenen Workshop für die Klassen, die sich für dieses Projekt interessieren, mit der wichtigen Botschaft der 17 Sustainable Development Goals (SDG). Zudem  können wir die Politik weiterhin auffordern, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten, um ein verpflichtendes Pfandsystem für alle Getränkeverpackungen einzuführen bei gleichzeitiger Erhöhung des Mehrweganteils bei Getränkeverpackungen. In Deutschland und anderen Ländern Europas gibt es bereits Pfand auf Einweg.

Was genau meinen diese SDG´s?

„Die UNO hat 17 Ziele für eine bessere Welt definiert, dafür stehen die  „SDG“ oder „Global Goals“. Es geht darum, dass alle Staaten aufgefordert sind, die Herausforderungen der Welt gemeinsam zu lösen. Diese Ziele sollen bis 2030 von allen UNO-Mitgliedstaaten erreicht werden.

„Drastic Plastic“ vereint mehrere dieser Ziele …

Genau – und es bringt Schüler*innen und Lehrer*innen die Wichtigkeit der SDGs näher. Das Projekt wird von Jugendlichen im Alter von 15 bis 22 Jahren selbst umgesetzt.

Welche Nachhaltigkeitsziele stehen dabei im Fokus?
Im Projekt „Drastic Plastic“ werden die SDGs „Gesundheit und Wohlbefinden“ (SDG 3), „Hochwertige Bildung“(SDG4), „Nachhaltige Städte und Gemeinden“(SDG11), „Nachhaltiger Konsum und Produktion“(SDG12), „Maßnahmen zum Klimaschutz“(SDG13) und „Leben unter Wasser“(SDG14) und „Leben an Land“ (SDG15)  in den Vordergrund gestellt, weil es zu viel Plastikmüll gibt, vor allem auch in unseren Gewässern. Darunter leiden schon die Tiere und das Klima (SDG 13). Plastik ist im Allgemeinen leicht, billig, praktisch und langlebig. Dieser Kunststoff zersetzt sich nicht, sondern zerfällt in immer kleinere Teilchen dem sogenannten Mikroplastik. Diese Teilchen, Bisphenol (BPA) sind mittlerweile in den entlegensten Teilen der Erde und auch in den Körpern von Menschen (SDG 3) und Tieren (SDG 14) nachgewiesen worden. Wenn wir nicht endlich Alternativen anbieten, werden wir im Jahr 2050 weltweit unglaubliche 1.000 Millionen Tonnen Plastik produzieren.
Würden Österreichische Schulen auf Glasflaschen und Pfandautomaten umstellen, könnten jährlich über 6 Millionen PET-Flaschen Müll vermieden werden (SDG 11, 12). Deshalb ist es uns  Jugendbotschafter*innen wichtig, dass in den Schulen etwas passiert. (SDG 4) Deswegen haben wir eine Stoffsammlung und Workshops für Schulklassen entworfen, um mehr Menschen zu erreichen. Wir müssen mehr Bewusstsein schaffen, dass jeder was tun kann!

Und was hat es mit der „PET – Parade“ auf sich?

Schulklassen sind darüber hinaus aufgerufen, einen eigenen „PET-Man“ zu bauen. Sie sollen mit der Klasse Plastikflaschen sammeln, die sie für den Bau einer menschenähnlichen Skulptur benötigen werden. Dies soll auch an Schulen mit Plastikflaschenautomaten verdeutlichen, wie viel Plastikflaschen Müll nur eine Klasse produziert. Diese „PET-People“  werden am 14. Juli auf dem Marktplatz in Dornbirn, Vorarlberg von verschiedenen Schulklassen zu einer „PET-Parade“ aufgestellt. Dies soll ein Zeichen sein, wie viel Müll allein durch Plastikflaschen produziert wird und es Zeit ist auf eine Alternative wir Glasflaschen umzustellen.
Unsere PET-Parade wird vom Umweltverband unterstützt und im Rahmen der Umweltwoche promoted! Darüber freuen wir uns ganz besonders!

Wir laden alle ein, einen „PET-Man“ zu bauen, um mit uns ein Zeichen zu setzen!
Infos und Bauplan gibt es zum Download auf unserer Jugendbotschafter Seite:

https://www.caritas-vorarlberg.at/spenden-helfen/auslandshilfe/helfen/jugendbotschafter/drastic-plastic/
sowie: : https://www.umweltv.at/event/drastic-plastic-build-a-pet-man/



Zur Person:
Corinna Heinzle

Alter: 20 Jahre
Wohnort: Wien
Job/Schule: FH Campus Wien „Soziale Arbeit“
Motto: Labber net – tua was!

Jennifer Kidd:
Alter: 20
Wohnort: Wien
Job/Schule: Universität Wien „Geschichte“ und „Philosophie“
Motto: Gemeinsam sind wir stark!