Wahl der SelbstvertreterInnen – Die Kraft aus der Basis

28.10.19 / 08:19

Schon wieder Wahlen! Nach den Nationalrats- und Landtagswahlen standen am Mittwoch neuerlich in Teilen Vorarlbergs Wahlen auf dem Programm. Ein reges Kommen und Gehen war daher in den Caritas Werkstätten in Ludesch, Bludenz und Montafon zu beobachten, wurden hier doch die neuen WerkstattsprecherInnen und SelbstvertreterInnen gewählt. Die Menschen mit Beeinträchtigung waren mit großer Begeisterung bei der Sache, um ihre Vertretung nach innen und nach außen zu wählen.

„Ich finde es wichtig für die Leute, dass es jemanden gibt, der selbst eine Behinderung hat und sich für sie einsetzt“, so Melanie Corn, ehemalige und wieder neu gewählte Werkstättensprecherin-Stellvertreterin der Werkstätte Bludenz, nachdem sie ihre ganz persönliche Wahl getroffen hat. Gemeinsam mit 203 Menschen mit Beeinträchtigung, die von der Caritas unterstützt werden, wählte sie ihre künftigen VertreterInnen, die sich für die Rechte und Belange im Fachbereich und darüber hinaus einsetzen. Dabei wurde allen KlientInnen aus den verschiedensten Arbeitsgruppen des Fachbereiches Assistenz und Teilhabe der Gang zur Wahlurne ermöglicht. „Ich bin tief berührt vom Engagement der Kandidaten und Kandidatinnen, die sich der Wahl gestellt haben. Es ist ihnen allen ein Anliegen in der Caritas mitzureden, aktiv mitzugestalten und mitzuentscheiden. Jene die nach der Wahl als SelbstvertreterInnen aktiv sein werden, setzen sich auch weiterhin auf politischer Ebene lautstark für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigung ein. Um eines Tages wirkliche Inklusion zu ermöglichen, braucht es diese Kraft aus der Basis“ so Carmen Drexler, Koordinatorin der Werkstätten-SprecherInnen und SelbstvertreterInnen-Wahlen.

Spannende Wahlen
Auch Sybille Grafl, sie arbeitet im Sprungbrett Lädele der Caritas in Bludenz, findet die Wahl eine Vertretung für ihre Anliegen wichtig: „Durch die Werkstätten-Sprecher werden wir immer informiert, wenn es etwas Neues gibt.“ Nach der Wahl gab es in Bludenz noch für alle eine kleine Jause, bevor es dann später zur Auszählung der Wahlzettel kam. „In Bludenz waren 59 Personen wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei 76 Prozent. Diese Wahlen sind immer eine großartige Veranstaltung, um alle Wähler und Kandidaten dafür zu sensibilisieren, dass ein gutes Miteinander und gemeinsames Arbeiten das Um und Auf ist“, so die Bludenzer Wahlleiterin Julia Alge. Spannend zuvor war der Wahlkampf, denn die KandidatInnen versuchten mit Informationskampagnen und Wahlgeschenke Stimmen für sich zu gewinnen und alle zu motivieren, bei den Wahlen mitzumachen. Schließlich verkündete in Bludenz sogar der Bürgermeister Mandi Katzenmayer selbst das Wahlergebnis, das für viele nicht überraschend, mit großem Jubel gefeiert wurde.

SelbstvertrerInnen
Die Werkstätten-SprecherInnen sind gleichzeitig auch SelbstvertreterInnen, die anderen Menschen mit Beeinträchtigung Mut machen, ihr eigenes Leben selbst zu gestalten und sich für seine Wünsche und Träume einzusetzen. Und sie sind eine  laute Stimme, wenn es darum geht, ihre Rechte auch in der Öffentlichkeit einzufordern. „Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass Vorurteile uns gegenüber abgebaut werden, dass wir selbständig in Wohnungen leben dürfen und „richtige“ Jobs haben“, so der wiedergewählte Werkstättensprecher in Bludenz, Alexander Raggl.


Werkstätten-SprecherInnen und ihre StellvertreterInnen / SelbstvertreterInnen:

Bludenz
Alexander Raggl, Melanie Corn

Ludesch
Klaus Girardi, Klaus Martin

Montafon
Petra Neyer, Manny Schäfer, Mario Battlogg