„Das Hauptproblem ist nicht das Virus, sondern die sozialen Folgen und der Hunger!“

26.05.20 / 08:41

Wie wird „Covid-19“ in den kommenden Monaten die Bevölkerung in Afrika betreffen? Wie kann die Pandemie Dank der in anderen Ländern gemachten Erfahrungen möglichst abgefedert werden? Eines ist sicher: Die Auslandshilfe der Caritas ist momentan speziell gefordert, wie Leiter Martin Hagleitner-Huber und Caritas-Mitarbeiter Michael Zündel berichten.

 

„Unsere Partner in Äthiopien rechnen mit dem Höhepunkt der Pandemie zwischen Ende Juni und Mitte Juli. Schulen und soziale Einrichtungen wurden bis einschließlich August geschlossen, äthiopische Gastarbeiterinnen aufgefordert, aus den arabischen Ländern in ihre Heimat zurückzukehren“, erzählt Martin Hagleitner-Huber. Ein massives Problem für viele Menschen im Land stellt der Verlust der Einkommensmöglichkeiten dar. Darin sieht der Leiter der Auslandshilfe das Hauptproblem: „Ohne Erwerbsmöglichkeit verlieren die Menschen, vor allem in den städtischen Zentren, ihre Lebensgrundlage.“ Er fürchte deshalb in erster Linie die sozialen Auswirkungen der Pandemie. „Die größte Herausforderung, die uns in den kommenden Monaten beschäftigen wird, ist wahrscheinlich nicht das Virus selbst, sondern wie wir die sozialen Auswirkungen und dem daraus resultierenden Hunger entgegen treten können.“

 

Wir sind gefordert

Weiten Teilen der Bevölkerung seien zudem die empfohlenen Präventions- und Kontrollmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Viren schlicht nicht bewusst. In vielen ärmeren Gebieten des Landes fehle auch der Zugang zu Wasser und Seife, um die Hygienemaßnahmen entsprechend einzuhalten. Die Auslandshilfe der Caritas hat deshalb bereits wichtige Maßnahmen gesetzt: „Um die medizinische Versorgung in unseren Partnerdiözesen Hawassa und Meki sicherzustellen, versorgen wir das medizinische Personal mit Schutzmasken und –kleidung sowie der erforderlichen Ausrüstung für Isolationsräume. Zudem setzen wir Maßnahmen zur Aufklärung der Bevölkerung, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren“, berichtet Caritas-Mitarbeiter Michael Zündel.

Maßnahmen gegen Hunger

Sowohl in Äthiopien als auch in Mosambik haben die Mitarbeiter*innen in verschiedenen von der Caritas geförderten Schulen auf die Situation entsprechend reagiert: „Das Betreuungsprogramm in den Zentren musste eingestellt werden. Das tägliche Mittagessen, das für die Kinder oft die einzige warme Mahlzeit am Tag ist, wird unter besonderen Schutzmaßnahmen weiterhin verteilt. Unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter kümmern sich nach wie vor um die Straßenkinder in Addis Abeba.“

Blick in andere Partnerländer

Neben Äthiopien und Mosambik zählen auch Ecuador und Armenien zu den Partnerländern der Caritas Vorarlberg. Martin Hagleitner-Huber berichtet über die aktuelle Lage in diesen beiden Ländern: „In Ecuador war in den vergangenen Wochen die Lage auf Grund von Corona-Ansteckungen vor allem an den Küstenregionen dramatisch, verschiedene Regionen versuchen sich abzukapseln, um sich zu schützen, was wiederum zu Konflikten im Land führt. Besonders wichtig ist derzeit auch das Netzwerk der ecuadorianischen Frauenhäuser, die gerade in dieser Krise zu einem sicheren Zufluchtsort für Frauen und Kinder werden, die familiäre Gewalt erleiden.“ In Armenien hofft die Bevölkerung auf eine Lockerung des Lock-down. „Wir rechnen damit, dass in `Emils Kleine Sonne´, einem von der Caritas Vorarlberg maßgeblich unterstützten Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, der Betrieb in ein bis zwei Wochen wieder aufgenommen werden kann.“

Hilfe tut Not

„Gerade jetzt brauchen die Menschen in unseren Partnerregionen dringend unsere Solidarität und Unterstützung. Viele sind in ihrer Existenz bedroht und dem Hunger ausgeliefert!“ Die Caritas Auslandshilfe hofft deshalb, dass ihre Arbeit auch von vielen Spenderinnen und Spendern mitgetragen wird. Und so kann man helfen:

Caritas Corona-Nothilfe Ausland
Raiffeisenbank Feldkirch,
IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006
Kennwort: Corona-Nothilfe Ausland
Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at