Corona verschärft den Hunger

02.09.20 / 10:16

Alleinerziehende Mutter von zwei Kindern zu sein, ist in keinem Land der Welt einfach. Doch in Ländern wie Äthiopien ist es noch viel schwieriger: keine staatlichen Unterstützungen, kaum Einkommen, Krankheit und Hunger verschärfen die Lage der Frauen – und heuer stürzte die Corona-Pandemie viele Frauen mit ihren Kindern zusätzlich in große Not. Eine von ihnen ist Frau Teka. Sie ist 31Jahre alt und wohnt mit ihren beiden Kindern in einem Armenviertel in Addis Abeba, Äthiopien. Hunger und Elend waren hier ihre täglichen Begleiter. Die Erleichterung war daher groß, als ihre ältere Tochter ins Programm von Hanna Orphan’s aufgenommen wurde, wo sie gemeinsam mit rund 200 anderen Kindern aus ärmsten Verhältnissen betreut und begleitet wird. Zusätzlich nahm Frau Teka an einem Trainingsprogramm für Mütter ohne Einkommen teil und erhielt ein kleines Startkapital, um durch das Backen von Fladenbrot ein eigenes Einkommen erwerben zu können. „Das Geschäft lief gut“, erzählt die alleinerziehende Mutter. „Doch dann wurde wegen Corona der Markt geschlossen“ - und damit fiel ihre einzige Einnahmequelle weg. Derzeit erhält ihre Familie regelmäßig Lebensmittel sowie eine kleine finanzielle Überbrückungshilfe, um durch die Krise zu kommen. „Ohne die Unterstützung von Hanna Orphan’s Home stünde ich vor dem Nichts.“

 

Frauenarmut in Ecuador

Die hohen Zahlen der Corona-Infektionen wirken sich auch in Ecuador dramatisch für die Menschen aus, die als Taglöhner*innen oder Gelegenheitsarbeiter*innen den Unterhalt für sich und ihre Familien sichern müssen. Besonders bei den durch die Frauenhäuser betreuten Frauen wie Evelin sind die Auswirkungen dramatisch. Sie und ihre sechs Kinder sind vor drei Jahren vor der Gewalt ihres Lebenspartners in das Frauenhaus Maria Amor geflüchtet. Dort erhielt sie Hilfe und konnte sich ihr Leben Stück für Stück wiederaufbauen. Sie fand Arbeit und konnte sich dadurch eine zwei Zimmerwohnung mieten. Das Geld war knapp, aber in der Familie kehrte eine gewisse Ruhe ein. Seit Corona ist aber alles anders. Unter Androhung von hohen Strafen versucht sie manchmal ein paar selbstgebackene Empanadas (Teigtaschen) auf dem Markt zu verkaufen, dennoch reichen die Einkünfte nicht aus. Mit der Miete ist sie mittlerweile drei Monate im Rückstand und der Vermieter hat gedroht, sie und die Kinder auf die Straße zu setzen.

„Für viele Frauen, die nach dem Aufenthalt über das Frauenhaus wieder einen Anker für den Wiedereinstieg in ein eigenständiges Leben ohne Gewalt für sich und ihre Familien gefunden haben, brechen diese Strukturen derzeit zusammen. Ohne Dach über dem Kopf, ohne Job und ohne Einkommen drohen Existenzverlust oder die Gefahr einer Rückkehr zu ihren gewalttätigen Ehemännern zurückkehren“, weiß Martin Hagleitner-Huber, Leiter der Caritas Auslandshilfe. Das Frauenhaus hilft derzeit den betroffenen Familien mit Lebensmittelpaketen und finanzieller Unterstützung, damit die Mieten gezahlt werden können.

 

 

Hilfe tut Not

„Gerade jetzt brauchen die Menschen in unseren Partnerregionen unsere Solidarität und Unterstützung, denn viele sind in ihrer Existenz bedroht“, betont Martin Hagleitner Huber.

 

Caritas-Hungerhilfe 2020

Raiffeisenbank Feldkirch, IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006

Kennwort: Hungerhilfe 2020, Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at