Solidarität und Hilfe für Armenien

21.10.20 / 09:00

Es ist wie bei jedem Krieg: Die Kämpfe um Berg-Karabach treffen vor allem jene Menschen, die die schwächsten in der Gesellschaft sind: Kinder, alte Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien. Armenien ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktland der Caritas Vorarlberg – die Nothilfe ist bereits angelaufen.

 

Bischof Benno Elbs und Caritasdirektor Walter Schmolly haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an ihre armenischen Amtskollegen Erzbischof Raphael Francois Minassian und Caritasdirektor Gagik Tarasyan gewandt. Neben ihrer Sorge um die Menschen vor Ort betonen sie darin die Solidarität und Verbundenheit mit den Menschen in Armenien und sichern auch konkrete Hilfe zu.

 

Diese Hilfe koordiniert unter anderem Robert Moosbrugger, langjähriger Mitarbeiter der Caritas Auslandshilfe. Er steht beinahe täglich in Kontakt mit den Mitarbeiter*innen von „Emils Kleine Sonne“, einem durch Vorarlberger Spender*innen betriebenen Förderzentrum für Kinder mit Beeinträchtigung in der Stadt Gyumri. Und neben den ganzen Negativ-Meldungen gibt es dabei auch berührende Geschichten zu vermelden: Etwa jene einer Mutter, die mit ihren beiden Kindern aus Artsakh zu ihrer Großmutter nach Gyumri geflohen ist und ihre sechsjährige Tochter zwischenzeitlich zur Therapie in „Emils Kleine Sonne“ bringt. „Die kleine Narek blüht im Zentrum regelrecht auf und macht große Fortschritte. Neben der Therapie helfen wir auch, diese Familien finanziell zu unterstützen“, so Tigranuhi Hakobyan, Leiterin des Förderzentrums. Andere Familien hatten dieses Glück nicht. Sie erzählt von einer Frau, die vergangenes Wochenende mit ihrem Sohn in den Kriegswirren getötet wurde, weil sie auf Grund dessen Beeinträchtigung nicht aus der Kampfzone fliehen konnten.

 

Weitreichende Folgen

Der Konflikt betrifft dabei nicht nur die Region Berg-Karabach, sondern hat weitreichende Auswirkungen auf ganz Armenien. „Es sind bereits fünf Mitarbeiter der Caritas Armenien eingezogen worden, zwei davon sind Therapeuten aus `Emils Kleine Sonne´, die jetzt an der Front kämpfen“, berichtet Robert Moosbrugger. Zudem fliehen viele Menschen aus der Kriegsregion zu Verwandten in andere Teile des Landes.

 

So hilft die Caritas in Armenien

Die Caritas-Nothilfe konzentriert sich vor allem auf diese intern Vertriebenen in Armenien. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Geflohenen in den nächsten Tagen und Wochen weiter steigt. Wir helfen durch Lebensmittel-Pakete, Hygieneartikel sowie psychologische Unterstützung. In den kommenden Monaten wird die Caritas wohl auch bei Miet- und Heizkosten um Unterstützung gebeten“, rechnet Robert Moosbrugger. Denn die Winter sind in dieser Region mit Außentemperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius bitterkalt.

 

Caritas-Hilfe Armenien

Spendenkonto: AT32 3742 2000 0004 0006

Raiba Feldkirch

Kennwort: Armenien Bergkarabach

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