Verloren in Zeit und Raum

26.11.20 / 08:22

Nicht immer läuft es im Leben so, wie es geplant oder gewünscht ist. Jobverlust, Krankheit oder Trennungen lassen Lebensträume platzen und Hoffnungen schwinden. Die Corona-Krise verstärkt in vielerlei Hinsicht die Probleme und Sorgen der Menschen. Doch manche finden auch in dieser schwierigen Zeit ihr Glück – und Träume werden Wirklichkeit.

 

Sonja ist 20 Jahre alt und hat schon früh das Elternhaus verlassen. Bereits mit 16 Jahren zog sie von einer Wohnung in die nächste, die falschen Freunde und Drogen warfen die junge Frau ziemlich aus der Bahn. „Ich habe damals komplett den Bezug zu Zeit und Raum verloren, mir war alles egal. Für mich zählte nur, dass ich Spaß hatte und mit meinen Freunden zusammen sein konnte“, erzählt die junge Frau heute über ihr damaliges Leben. Eine ungeplante Schwangerschaft brachte den Wendepunkt, um den Kreislauf aus Drogen und Armut zu durchbrechen und Hilfe zu suchen. So wurde auch das Haus Mutter & Kind der Caritas für einige Monate ihr Zuhause. „Als ich schließlich zum zweiten Mal schwanger wurde, habe ich endgültig mit dem Rauchen aufgehört und habe es mit Begleitung der Caritas geschafft, eine Wohnung für uns alle vier zu finden“, freut sich die junge Mutter über ihr neues Leben. Inzwischen geht ihr Lebensgefährte einer geregelten Arbeit nach, sie selbst will schon bald wieder, zumindest für ein paar Stunden, arbeiten. „Viele meiner früheren Freunde denken, dass es cool ist, von der Mindestsicherung zu leben. Doch für mich und meinen Freund ist es heute wichtiger, unser eigenes Geld zu verdienen und unabhängig zu sein.“

 

Beratung und Begleitung
Für Sonja hat sich der Traum von einer Wohnung, in der sie mit ihrer Familie leben kann und einem geregelten Einkommen trotz Corona Krise, erfüllt. Viele Menschen allerdings leiden unter der derzeitigen Situation und müssen um ihre Existenz fürchten. Seit März 2020 hat sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Vor allem Menschen, die auch während guter Wirtschaftslage armutsgefährdet sind, haben es jetzt besonders schwer, einen Job zu finden. Christian Beiser von der Beratungsstelle „Existenz&Wohnen“ der Caritas: „Das Hauptproblem ist, dass viele Menschen das ganze Jahr über keine Möglichkeit haben, ein bisschen Geld zu sparen. Dann wird jede zusätzliche finanzielle Belastung zum Fiasko. Wenn wir ein bisschen Druck aus der Situation nehmen können – zum Beispiel mit Lebensmittelgutscheinen, mit der Übernahme von Rezeptgebühren, den Reparaturkosten für die Waschmaschine, mit Hygieneartikeln oder einer Stromrechnung dann ist das für die Menschen sehr wertvoll. Diese Unterstützung erfolgt immer in Verbindung mit einer Beratung, um aus der Armutsspirale Möglichkeiten des Ausstieges zu finden.“

 

 

 Inlandshilfe der Caritas:

Caritas-Spendenkonto - Raiffeisenbank Feldkirch,

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Kennwort: Inlandshilfe, Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at