„Es geht uns um jedes einzelne Kind“

11.02.21 / 10:57

Bea Bröll und ihr Team von den insgesamt neun Caritas-Lerncafés erweisen sich nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie als Organisationstalente. Die individuelle Förderung der momentan über 300 angemeldeten Kinder und Jugendlichen ist jedoch eine besondere Herausforderung. Jedes Kind soll in seinem Lernen optimal gefördert werden – trotz Corona!

 

„Zum Glück seid ihr da. Es ist ein Hoffnungsschimmer in dieser Homeschooling-Zeit, wenn die Kinder im Lerncafé zusätzlich unterstützt werden.“ Solche und ähnliche Rückmeldungen dankbarer Eltern hört Bea Bröll in letzter Zeit immer wieder. „Anders als im Spätherbst ist die Stimmung jetzt gedrückter. Schülerinnen und Schüler sind nicht mehr so unbeschwert und oft ruhiger als gewohnt. Die Eltern haben zunehmend mit Existenzängsten zu kämpfen, etwa durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder die Angst, die Wohnung nicht mehr bezahlen zu können. Die Sorgen färben auf die Kinder ab. „Besonders Mehrkind-Familien in beengten Wohnverhältnissen macht die aktuelle Situation zu schaffen“, erzählt Bea Bröll. „Oft fehlt auch die ausreichende technische Ausrüstung, hier haben wir versucht, die notwendigen Geräte zur Verfügung zu stellen.“ Die Lerncafé-Koordinator*innen haben mit der Organisation des Lerncafébetriebes alle Hände voll zu, da sie zudem mit allen Eltern regelmäßig in Kontakt sind, um nachzufragen, ob und wie sie die Situation bewältigen können und welche Hilfe sie brauchen. In den vergangenen Wochen fragen vermehrt auch Lehrer*innen, soziale Einrichtungen oder unterstützende Freiwillige um einen Lernplatz für ein Kind an. „Auf Grund der Corona-Beschränkungen dürfen wir nicht alle Kids vor Ort betreuen – die älteren nehmen wir, sofern möglich, für die digitale Lernhilfe auf.“

 

Die „DigiKids“ sind im Vormarsch …
Auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen werden momentan 177 Kinder und Jugendliche durch ein sehr engagiertes Freiwilligen-Team direkt vor Ort organisiert, 35 erhalten digitale Lernhilfe. Um möglichst vielen Schüler*innen entsprechende Unterstützung zu bieten, wurden die Lernnachmittage teilweise sogar geteilt. 72 freiwillige Mitarbeiter*innen sind im Einsatz. „Wir haben neu das Projekt `DigiKids´ ins Leben gerufen und ein Handbuch mit Antworten auf die technischen Fragen sowie methodischen und medienpädagogischen Tipps erstellt“, so Bea Bröll. Inzwischen hat sich auch eine gute Routine bei den Online-Meetings eingestellt. „Es ist schön zu sehen, wie selbständig viele der älteren Schülerinnen und Schüler zwischenzeitlich arbeiten.“

Und was kommt als nächstes?
In den Osterferien ist in den Lerncafés ein Ferienprogramm mit einem guten Mix aus Lernen und Freizeitprogramm geplant. Für einige der Lerncafé-Kids steht ein Schulwechsel, beziehungsweise eine berufliche Ausbildung an. Entsprechend wichtig ist das Semesterzeugnis. „Mit den Ergebnissen dürfen wir sehr zufrieden sein, die Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie die Freiwilligen haben wirklich großartig gearbeitet“, so Bea Bröll abschließend.

Weitere Infos zu den Lerncafés: https://www.caritas-vorarlberg.at/unsere-angebote/hilfe-in-krisen/lerncafe/