Protestcamp auf dem Dornbirner Marktplatz

12.02.21 / 08:37

 

„Jetzt schlägt´s 13!“ Für 24 Stunden schlugen die Jugendbotschafter*innen der Caritas Auslandshilfe auf dem Dornbirner Marktplatz ihre Zelte auf, um mit dieser Aktion auf die schreckliche und unmenschliche Situation in den Flüchtlingscamps aufmerksam zu machen. Sie setzten damit ein starkes Zeichen der Solidarität gerade auch mit den Flüchtlingskindern und deren Familien.


Es war bitterkalt, nass und windig. Doch davon ließen sich mehr als 50 Jugendliche und Erwachsene nicht abschrecken und schlugen für 24 Stunden auf dem Dornbirner Marktplatz ihre Zelte auf. „Wir möchten mit diesem Protestcamp ein Zeichen setzen, weil in den Flüchtlingslagern auf europäischem Boden Kinderrechte mit Füßen getreten werden“, erläutert Nicole Kantner, Leiterin der Jugendbotschafter für UN-Kinderrechte und SDG der Auslandshilfe der Caritas Vorarlberg.

 

Kinder leiden am meisten
„Wie kann Österreich sich mit der Ratifizierung der UN-Kinderrechtekonvention zum Schutz der Kinderrechte verpflichten und eben diese Pflichten an den Brennpunkten der EU nicht beachten?“, tut Beatrice Längle, Jugendbotschafterin, ihren Ärger kund. Die Jugendlichen wollen die Verantwortlichen auffordern zu handeln und sie an ihre menschen- und kinderrechtlichen Verpflichtungen erinnern. „Besonders schlimm ist die Situation in Flüchtlingslagern nun auch zusätzlich durch die Pandemie geworden: Kinder haben keinerlei Rückzugsorte, keine Privatsphäre und keinen Platz, um sich zu entwickeln“, berichtet Jana Berchtold.

 

Bei Kälte und Schnee im Zelt

„Eine Nacht in einem Zelt zu schlafen ist niemals mit der Situation von Flüchtlingen vergleichbar. Ich habe weder Angst, noch bin ich in Gefahr“, erzählt die Jugendbotschafterin Ella Subasic von ihrer Erfahrung. Und auch Lisa Schörgenhofer hat die Nacht im Camp sehr intensiv erlebt: „Dabei habe ich versucht mich in die Lage von jenen Personen zu versetzen, für die verheerenden und untragbaren Zustände in Flüchtlingslagern Alltag sind.“

Große Unterstützung erhielten die Jugendbotschafter*innen auch von zahlreichen Teilnehmer*innen, die für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Reden, Filmvorführungen, Gesang, Poetry Slam, Theater,… sorgten, ebenso wie in der Organisation von der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD) und der Initiative „uns reichts!“ Alle Mitwirkenden waren sich in einem einig: „Österreich muss in der Flüchtlingspolitik Verantwortung übernehmen und endlich handeln.“

 

Info-Zeile

Jugendbotschafter*innen für UN-Kinderrechte &SDG, Caritas Auslandshilfe

Infos: Nicole Kantner, E nicole(at)upcs.at   0664 2080451