Eine Gruppe von Schulkindern vor einer Kindertagsstätte in Mosambik
Caritasdirektor Matewos Dangios, Äthiopien, vor einem Portrait eines Mädchens.

 

In der Missionsstation Galcha haben nach Ausbruch des Konfliktes zwischen dem Stamm der Gedeo und den Guji tausende Menschen Zuflucht und Schutz gesucht. Insgesamt über 88.000 Menschen in der Region um die Mission mussten Mitte April Hals über Kopf fliehen. Ihre Häuser wurden niedergebrannt, sie besitzen nur noch das, was sie bei der Flucht am Leib trugen. Viele Jahre hatten beide Stämme friedlich zusammen gelebt, ehe der sich stets zuspitzende Kampf um genügend Land zum Ernähren der Familie und die politischen Unruhen zum Eklat führten.

Die Hilfe zum Überleben ist vorerst das Wichtigste: Essen, Kleidung, Hygienepakete, Schulmaterialien für die Kinder. „Die langfristige Lösung, wie ein friedliches Miteinander zwischen den Konfliktstämmen wieder möglich werden kann, kann nur durch Gespräche zwischen den Räten der Ältesten beider Ethnien selbst ermöglicht werden.“, so Matewos Dangiso, der verantwortliche Projektleiter des Nothilfeprogramms.

 

Hilfe für die intern vertriebenen Menschen

Manche der Geflüchteten haben auch bei anderen Familien in der Nähe der Station Zuflucht gefunden. Eine der Frauen flüchtete mit den zehn Kindern, als die Unruhen anfingen und die ersten Häuser in Flammen aufgingen. Sie hatte keine Zeit, auch nur das Nötigste zusammenzupacken und mitzunehmen. „Meine Angst war zu groß“, erzählt sie, „ich dachte mir, nur so schnell wie möglich wegkommen aus dem Inferno von Feuer und Schüssen.“ Einer anderen Frau erging es ähnlich, auch sie flüchtete mit ihren sieben Kindern. Ihren schwerkranken Mann musste sie zurücklassen. Sie weiß bis heute nicht, wie es ihm ergangen ist. 

Ein Teil der Vertriebenen hat so wie diese Familien Unterschlupf bei Familien gefunden. Viele andere sind in von der Regierung organisierten Camps untergebracht. Sie alle wissen nicht, wie lange es dauern wird, bis sie wieder in ihre Dörfer zurückkehren, ihre Häuser neu aufbauen und in ihr voriges Leben zurückkehren können. 

 

4 Fragen an Direktor Dangiso:

 

Wie ist die Lage in Awasa?
80.000 Menschen stehen seit Ausbruch des Konfliktes vor dem Nichts und flüchten unter anderem in unsere Missionsstation "Galcha".
Grund dafür ist die ungleiche Ressourcenaufteilung, welche die Bevölkerung beschäftigt. Immer mehr Teile ihres Landes werden an ausländische Investoren verpachtet, weshalb die einheimischen Bauern nicht nur ihr Land, sondern auch ihre Existenz verlieren. Durch dieses sogenannte „Landgrabbing“ werden viele Bauern vertrieben und fühlen sich unterdrückt und von der Regierung im Stich gelassen.

 

Wie leben die geflüchteten Menschen aktuell? Was wird getan um ihnen zu helfen?

Die Menschen haben alles verloren und keinen Cent, um irgendetwas zu kaufen.

Im ersten Schritt erhalten die geflüchteten Menschen Nahrungsmittel, Kleidung, Hygieneartikel und medizinische Versorgung. Einen speziellen Fokus legen wir dabei auch auf die Kinder, denn sie leiden am meisten unter der ganzen Situation. Wir haben auch MentorInnen vor Ort, die die Betroffenen über die aktuellen Gegebenheiten informieren und versuchen, ihnen ihre Ängste zu nehmen. Für die Kinder wird ein Schulbesuch ermöglicht.

Im zweiten Schritt möchten wir den Betroffenen eine alsbaldige Heimkehr in ihre Dörfer ermöglichen, in dem wir ihnen beim Wiederaufbau helfen. Dabei greifen wir auf bereits bestehende, lokale Materialien zurück und finanzieren den Rest für den Wiederaufbau von der Missionsstation. Ziel ist es, dass die einheimischen Familien bald wieder in ein selbständiges und normales Leben zurückfinden.

 

Welche Herausforderungen kommen in den kommenden Monaten auf die Menschen zu?

2.000 Menschen konnten bereits versorgt werden. Im Umfeld unserer Missionsstation sind aber 80.000 Menschen betroffen, davon 1/3 der Guji- und 2/3 der Gedeo-Bevölkerung. Für viele Menschen werden auch die Nahrungsmittel trotz Wiederaufbau künftig knapp werden, da viele von ihren eigenen Plantagen komplett vernichtet wurden. Allein der Anbau von „Ensete“ (Falsche Banane, daraus wird u.a. Mehl gewonnen) benötigt vom Einpflanzen des Samenkorns bis zur Frucht fünf Jahre.

 

Wie helfen die Spenden in Vorarlberg den Menschen in Äthiopien?

Spenden retten Leben! Denn daraus können wir aktuell die so wichtigen Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Hygieneartikel und Medizin abdecken und den Menschen mit dem Wiederaufbau ihrer Behausungen ein normales Leben ermöglichen.

Ihre Unterstützung für eine sichere Zukunft der Menschen in Awasa.