Eine Gruppe von Schulkindern vor einer Kindertagsstätte in Mosambik

Eine "Vielfachmama" mit großem Herz

Junge und ältere Frauen posieren vor Hanna Orphans Home. Sie sind erfreut und lachen in die Kamera. Alle tragen ihre Haare schwarz.

Hanna Teshome ist eine quirlige Frau mit unendlich starken Nerven. Ihre Zielstrebigkeit hat sich bewährt: Voller Stolz zeigt sie uns, den weit angereisten Besuchern aus Vorarlberg, ihr Lebenswerk – „Hannas Orphan Home“ in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Reisebericht von Elke Kager, Caritas Vorarlberg, Juli 2015

Als ihre eigenen beiden Kinder in den Kindergarten kamen, ist Hanna Teshome aufgefallen, wie viele HIV/Aidswaisenkinder in Addis Abeba leben. Eine Idee reifte in ihr. „Ich lebte mit meiner Familie im Haus meines Vaters. Ich erzählte ihm von meinem Entschluss, fünf dieser Kinder bei mir aufzunehmen“, lacht Hanna Teshome.

Denn bei dieser „Handvoll“ Kindern blieb es nicht lange. „Eines hatte ein Geschwisterkind und ich wollte die beiden nicht auseinanderreißen, ein weiteres Kind kam dazu.“ Um die Zahl wieder voll zu machen, wurden es zehn Kinder, dann fünfzehn – zwischenzeitlich sind es 18 Häuser mit 175 Kindern und Jugendlichen, denen das Projekt „Hannas Orphan Home“ ein Zuhause gibt. Sehr viele von ihnen sind selbst mit dem HI-Virus infiziert.


Ein Besuch in einem dieser Häuser zeigt, wie sehr sich das Leben der Kinder durch dieses Angebot dennoch ins Positive gewandelt hat.

Da ist beispielsweise Mewan. Ihre Eltern sind an AIDS gestorben, die Großeltern brachten das Mädchen nach Addis Abeba. Dort landete sie auf der Straße und weil sie Hunger hatte, blieb ihr nichts anderes übrig, als Essen zu stehlen. Dabei wurde sie erwischt und landete im Gefängnis. Sie hatte Glück und kam in eine der Wohngemeinschaften von Hannas Orphan Home. Jetzt geht sie zur Schule, muss nicht hungern und hat ein Zuhause, in dem sie willkommen ist.


Eine besondere Herausforderung ist, dass Mieten in Addis Abeba stark in die Höhe schnellen. „Wir sind ständig auf der Suche nach leistbaren Wohnungen und Häusern“, erzählt Hanna Teshome.

Wenn sie von den Lebenswegen der ersten Kinder des Projektes, das seit 1992 besteht, erzählt, strahlt sie: Viele haben als Erwachsene eine erfolgreiche berufliche Karriere eingeschlagen, andere haben selbst Familie gegründet.

Elke Kager, Caritas Vorarberg