Eine Gruppe von Schulkindern vor einer Kindertagsstätte in Mosambik

Borana – ein Jahr nach der großen Dürre

Ein Mädchen sitzt mit einem Stock in einem Dürreland

Caritas-Auslandshilfe-Mitarbeiter Michael Zündel ist soeben von einer Projektreise nach Äthiopien zurückgekehrt. Nach der großen Dürre im vergangenen Frühjahr haben sich Menschen, Tiere und Natur etwas erholt. Durch Hilfe aus Vorarlberg konnten 800 Kinder und Jugendliche an drei Schulen durch ein tägliches Mittagessen über die harte Zeit der Dürre gebracht werden.

Langsam entspannt sich die Lage für die Menschen hier, die im Zuge der Dürre im letzten Jahr einen Großteil ihres Viehs verloren haben. Michael Zündel besucht verschiedene Familien, in denen die Caritas Nothilfemaßnahmen umgesetzt hat. Wie geht es ihnen jetzt? Wie haben sich die Maßnahmen zur Bewältigung der Krise bewährt?

Kashu Roba, 30 Jahre alt, 5 Kinder

Kashu Roba erzählt, dass das Geld, dass sie beim Cash For Work Programm verdient hat, das Leben ihrer Familie und ihr eigenes gerettet hat. Sie konnte sich damit genug Mais kaufen, um zu überleben, darüber hinaus auch Medikamente für die Kinder, die aufgrund der Mangelernährung über Monate hinweg ständig krank waren. Die beiden Kühe, die sie besaß, sind verendet. Um eine neue Kuh zu kaufen, fehlt ihr jedoch das Geld. Mit dem verbliebenen Geld hat sie ein wenig Kaffee und Tee gekauft. Durch den Weiterverkauf versucht sie, ein wenig Geld zu verdienen.

Bati Alkamo, 5 Kinder

Bati Alkamo ging für das Überleben ihrer fünf Kinder während der Dürre und auch heute noch bis an ihre Grenzen. So musste sie letztes Jahr täglich mehr als zehn Kilometer zur nächsten Wasserausgabestelle zurücklegen, während Embali, ihre älteste, damals zehnjährige Tochter auf die kleineren Geschwister achtgeben musste, bis die Mutter am Nachmittag wieder zurückkehrte. Inzwischen gibt es wieder Wasser in der Nähe und Emabli darf auch wieder zur Schule gehen.

Im vergangenen Jahr hatte Embali das letzte Kälbchen, das der Familie geblieben war, zu sich in die Hütte genommen, um es nicht zu verlieren. Leider hat es das Kälbchen nicht geschafft und ist gestorben. Bati Alkamo besitzt seit dem Tod des letzten Kälbchens selbst keine Tiere mehr. Verwandte haben ihr jedoch zwei Ziegen leihweise gegeben, damit Bati Milch für die Kinder hat. Freudig läuft Embali aus dem Haus und kommt kurze Zeit später mit strahlenden Augen und einer kleinen, weißen Ziege in den Armen zurück.

  • In Borana werden Teiche als Wasserspeicher verwendet

    In Borana werden Teiche als Wasserspeicher verwendet

  • Durch die Hilfe im vergangenen Jahr wächst das Gras stellenweise wieder nach

    Durch die Hilfe im vergangenen Jahr wächst das Gras stellenweise wieder nach

  • Kinder freuen sich über jeden Besuch in ihrem Dorf

    Kinder freuen sich über jeden Besuch in ihrem Dorf

  • Die Menschen in Borana bekommen durch die Hilfe wieder Hoffnung

    Die Menschen in Borana bekommen durch die Hilfe wieder Hoffnung