Der Heuschreckenplage den Kampf ansagen

 

 

  • Projekt: IRePeaL - Integrated Response to People affected by Locusts
  • Projektdauer: 1. Oktober 2020 – 31.3.2022 
  • Projektpartnerorganisation in Äthiopien: SCORE – Spiritan Community Outreach
  • Projektziel: Die verheerenden Auswirkungen der Heuschreckenplage auf die Ernährungssicherheit für die Bevölkerung in betroffenen Gebieten in Äthiopien verringern.
  • Projektmittel: Die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt dieses Projekt.

 

Hintergrund

Der derzeitige massive Ausbruch von Wüstenheuschrecken im Großraum Horn von Afrika und Äthiopien hat bereits Ende 2019 seinen Anfang genommen. In Äthiopien haben die äthiopische Regierung und nichtstaatliche Akteure unter der Leitung der FAO schnell reagiert, doch die Bewältigung und die Eindämmung der Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen ist langwierig, und die bestehenden Herausforderungen werden durch COVID-19 und zeitweilige Überschwemmungen noch verschärft. 

Die Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria) ist der weltweit schädlichste wandernde Schädling. Dichte und hochmobile Schwärme können sich bis zu 150 km pro Tag bewegen. Die Schwärme fressen täglich enorme Mengen an Biomasse im Ausmaß ihres eigenen Gewichts und ernähren sich hauptsächlich von verfügbaren Nutzpflanzen und Weideland. Eine Gruppe, die sich nur über eine Fläche von einem km2 erstreckt kann aus bis zu 80 Millionen Heuschrecken bestehen und an einem Tag Nahrung von 35.000 Menschen vernichten. Große Heuschreckenansammlungen stellen eine echte Bedrohung für die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen am Land dar, insbesondere in Gebieten, die bereits durch wiederholte Wetterextreme wie Dürren, Überschwemmungen und Gesundheitskrisen wie COVID-19 verwundbar geworden sind. 

Dies gilt insbesondere für die Gebiete in der SNNP-Region in Äthiopien, auf die dieses Nothilfe- und Wiederaufbauprojekt abzielt. Die Wüstenheuschreckenplage in Süd-Omo hat Verwüstungen auf Weiden und Äckern angerichtet. Es ist die schlimmste Plage seit über 30 Jahren. Die Bezirke Benatsemay und Hammer sind mit Schäden von 23.567 ha bzw. 1.815 ha Fläche schwer betroffen.

Infolgedessen wurden die Lebensgrundlagen von tausenden Familien vernichtet. Besonders besorgniserregend sind die Auswirkungen dieser Ernährungskrise auf Frauen und Mädchen, schwangere und stillende Mütter, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. 

 

Die folgenden Ergebnisse werden durch dieses Projekt erreicht:

  •  Mindestens 4100 nahrungsmittelunsichere Familien (davon 1510 frauengeführte Haushalte) haben einen besseren Zugang zu Nahrungsmitteln, in dem gemeinnützige Arbeiten bezahlt werden und  Notfallgelder ausbezaht werden. Mit dem Geld  können diese Familien ihre Grundbedürfnisse decken und den durch Heuschreckenplage verursachten Schock mildern. 
  • Mindestens 1250 Kinder und 500 schwangere oder stillende Frauen und andere von Mangelernährung gefährdete Personengruppen (ältere Menschen, Kranke etc), werden mit Zusatznahrung versorgt und von medizinischem Personal betreut.
  • 250 Familien (75 von Frauen geführte) werden in die Lage versetzt, ihren Ackerbau wieder aufzunehmen, ihre Produktivität und deren Nachhaltigkeit zu verbessern, indem sie sich nachaltige landwirtschaftliche Praktiken erlernen.
  • 390 Frauen werden befähigt, Handel zu betreiben und  erzielen damit zusätzliches Familieneinkommen. 
  • 700 Familien (210 Frauen-geführte) erhalten bessere Tiergesundheitsdienste und Zugang zu Viehmärkten für die bessere Vermarktung ihrer Nutztiere.
  • Die betroffenen Gebiete erhalten Zugang zu Frühwarninformationen und -instrumenten und  technischen Fertigkeiten zur besseren Vorsorge  und Eindämmung möglicher künftiger Krisen. Die

 

Gesamtzahl der direkt Begünstigten dieses Projektes sind 21.845 Personen in 4.100 Familien. Davon werden rund 8.160 Personen von mehr als einer Projektaktivität profitieren.

 

Durch die Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen zu Heuschreckenbekämpfung sowie zu Ernährungs- und Gesungheitsthemen, wird das Projekt indirekt mindestens 50.000 Personen erreichen.