Aktuelle Informationen und Veranstaltungen

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Videogalerie vom Wirkungsbericht 2019

Die Caritas ist ein Teil des sozialen Netzes in Vorarlberg. Ein Netz, das sich vor allem in der aktuellen Corona-Krise eindrücklich bewährt hat – es hält, fängt auf, federt ab, ist stark und lässt trotz gebotener Distanz viel Nähe zu. Die folgenden Geschichten beweisen, dass die Vorarlberger*innen, die Hilfe benötigen, in diesem Netz aber auch 2019 gut aufgehoben waren – und es bis heute noch sind.

Warum würdest du flüchten?

Junge Menschen sind voller Kraft und Ideen. Sie wollen die Welt gestalten und ein Stück besser machen. Und sie haben sich gefragt: Was wäre für mich ein Grund, meine Heimat zu verlassen?

Sabine Fulterer, youngCaritas Mitarbeiterin: „Unser Ziel ist es, junge Menschen für soziale Themen sowie für mehr Toleranz und Akzeptanz zu sensibilisieren. Denn sie gestalten die Zukunft, in der sie leben werden.“

„Interview mit Klientin Haus Mutter & Kind“

„MuKi“ wird das Haus Mutter & Kind liebevoll inzwischen nicht nur intern genannt. Es ist ein Haus voller Leben, mit berührenden Geschichten der Bewohnerinnen und ihrer Kinder.

2019 wurden im Haus Mutter & Kind 32 Frauen mit 43 Kindern aufgenommen und begleitet. „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Stellenleiterin Doris Müller: „Jede Mutter legt beim Einzug ins MuKi Ziele fest, die es während des Aufenthalts zu erreichen gilt. Unterstützt werden die Frauen dabei von einem professionellen Team, aber auch von zahlreichen Freiwilligen.“  Bewohnerin Verena: „Das Angebot hier ist ein Geschenk: Hier werden mir als Mutter nicht noch mehr Steine in den Weg gelegt, sondern es wird mir geholfen, diese Steine aus dem Weg zu räumen.“

Werte.Dialog

Werte.Dialog – das ist das neue Format der Caritas, das Raum und Zeit zum Innehalten, Nachdenken und für den Dialog bietet.

Der Auftakt dazu fand unter dem Titel „Sicherheit und Freiheit – ein

Widerspruch“ in St. Arbogast statt.

 

„Zeit ein neues Miteinander zu leben.“

Überall dort, wo Menschen sich treffen, finden Begegnungen statt. Sie leben Gemeinschaft, tragen Sorge für einander und kommen ins Gespräch – ganz im Sinne von LE.NA – Lebendiger Nachbarschaft.

In den LE.NA-Cafés in Bludenz und Rankweil-Brederis sowie beim Begegnungstreff für Alleinerziehende in Feldkirch Gisingen ist jede*r herzlich willkommen. 

„Veränderung geht von den Mädchen aus“

In vielen Ländern werden Mädchen nach wie vor gegenüber ihren Brüdern und männlichen Verwandten benachteiligt. So beginnen Mädchen in Äthiopien schon sehr früh, sich um ihre jüngeren Geschwister zu kümmern, helfen bei der Zubereitung des Essens und verbringen viele Stunden beim Wasserholen und Sammeln vom Brennholz. In Ecuador werden Mädchen immer wieder Opfer von sexueller Gewalt in ihren Familien.

 „Wenn wir es schaffen, Frauen in die Projekte und Maßnahmen einzubinden, entwickeln sich Familien und Gemeinden besser und nachhaltiger“, ist Martin Hagleitner-Huber, Leiter der Caritas Auslandshilfe überzeugt. 

Tät i wieder macha!

Zivildienst bei unserer Caritas Vorarlberg

Die Caritas sucht engagierte junge Männer, die sich im Rahmen ihres Zivildienstes für Menschen in Not einsetzen wollen. Der Zivildienst dauert 9 Monate, in denen du abwechslungsreiche Aufgaben übernehmen und dadurch viele neue Erfahrungen im Sozialbereich sammeln wirst.

Klimanotstand: Wenn Wolken nicht mehr weinen

Unbehandelt, geleugnet und ausgeblendet.

Während der Westen über die Worte des schwedischen Mädchens mit dem Transparent debattiert und Forscher Prognosen über einen möglichen Tag X erstellen, sind es hunderte Vorarlberger Spender und Spenderinnen die durch ihr Engagement und Umdenken bereits Familien dort das Leben retten, wo extremes Klima schon längst an der Tagesordnung steht.


Der Besuch des Teams der Vorarlberger Auslandshilfe vergangenen Juni bestätigt die Dringlichkeit endlich vom Reden ins Tun zu kommen.

Hospiz am See: ungefragt.

2019 haben 132 Gäste im Hospiz am See ihr letztes Zuhause gefunden. Der jüngste Gast war 52 Jahre alt, der älteste 97.

Helene Schobel, Hospizbegleiterin im Hospiz am See: „Ich sehe es als großes Privileg an, dass sich Menschen, denen ich oftmals das erste Mal begegne, mir öffnen und sehr vertrauliche Dinge aus ihrem Leben erzählen.“

Hintergrundbericht Arbeit & Qualifizierung

Lange Arbeitslosigkeit macht krank und arm

Lange Arbeitslosigkeit macht die betroffenen Menschen krank, arm und verzweifelt. Und je länger die Erwerbslosigkeit dauert, desto größer ist die Gefahr, in die Armut abzurutschen. Besonders betroffen sind auch Frauen, da sie auf dem Arbeitsmarkt auch strukturell benachteiligt werden.

Die Zahlen zeigen einen eindeutigen Trend auf: immer mehr arbeitslose Personen sind langzeitbeschäftigungslos, inzwischen schon jede dritte arbeitslose Person. 2013 war es nur jede fünfte arbeitslose Person. Als langzeitbeschäftigungslos werden jene Menschen bezeichnet, die beim AMS schon länger als zwölf Monate arbeitslos vorgemerkt sind. Betroffen sind davon insbesondere ältere Arbeitskräfte, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen und gering qualifizierte Menschen. Je länger Frauen und Männer arbeitslos sind, desto schwieriger ist der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben.  Erwerbsarbeitslosigkeit ist eine der größten Armutsfallen.  Auch auf die Gesundheit wirkt sich eine lange Dauer der Arbeitslosigkeit der Betroffenen negativ aus. Die Qualifikationen und Berufserfahrungen werden mit zunehmender Dauer der Erwerbslosigkeit  entwertet. Das erschwert alles den Wiedereinstieg.

 

Frauen strukturell benachteiligt

Frauen werden strukturell benachteiligt. Der Lohnunterschied zwischen Männer und Frauen betrug gemessen an den Bruttostundenlöhnen in Österreich zuletzt knapp 20 Prozent. Der Pensionsunterschied macht sogar mehr als 50 Prozent aus. Zudem übernehmen Frauen einen Großteil der unbezahlten und unsichtbaren Sorgearbeit.  Eine wichtige Maßnahme, um der strukturellen Benachteiligung von Frauen entgegenzuwirken, ist eine neue Definition von „Arbeit“, so Manuela Vollmann von der Initiative arbeit plus, dem Netzwerk gemeinnütziger, arbeitsmarktpolitischer Unternehmen in Österreich. „Denn Arbeit ist um vieles mehr als Erwerbsarbeit: Auch Sorgearbeit innerhalb der Familie oder ehrenamtliches Engagement sind Arbeit. Dafür braucht es mehr Wertschätzung.“ Hier ist nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft und auch soziale Unternehmen gefordert.

 

Sprungbrett zurück ins Erwerbsleben

Soziale Unternehmen spielen bei der nachhaltigen Integration von langzeitbeschäftigungslosen Menschen am Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle. Durch Beschäftigung, Beratung und Qualifizierung dienen sie Menschen, die durch den Arbeitsmarkt benachteiligt werden, als Sprungbrett zurück ins Erwerbsleben. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel: Die herkömmliche „Normalerwerbsbiographie“, das heißt unbefristete Vollzeitbeschäftigung über ein ganzes Erwerbsleben hinweg, wird immer mehr zur Ausnahme - prekäre Beschäftigung, Befristungen und Teilzeit zur Norm. Das betrifft vor allem Frauen. Zuletzt waren in Österreich 34 Prozent aller Arbeitnehmer*innen atypisch beschäftigt. Bei den Frauen waren es mehr als 50 Prozent.

Hintergrundbericht Assistenz & Teilhabe

Kompass: Befähigen und begeistern

Qualifizierung

Durch spezielle Qualifizierungsmaßnahmen und Praktika werden Menschen mit Beeinträchtigung auf eine spätere Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt vorbereitet. Die zweijährige Kompass Qualifizierung beinhaltet neben vier Arbeitstagen an einer in- oder externen Ausbildungsstelle zusätzlich einen lebenspraktischen Seminartag pro Woche. Die derzeit 7 Teilnehmer*innen erhalten ein Anerkennungsgeld.

Kompass - Arbeitsassistenz

Menschen mit Beeinträchtigung werden bei der Vermittlung einer Arbeitsstelle unterstützt und begleitet – von der konkreten Zukunftsplanung, Abhaltung von Unterstützerkreisen, Ermöglichung von Schnupper- und Praktikazeiten, bis hin zum Arbeitsvertrag und der benötigten Assistenz am Arbeitsplatz. Ziel ist eine stabile, langfristige Anstellung auf Basis des Kollektivvertrags und somit gesellschaftliche Teilhabe. Für Firmen bietet dieses Modell neben guten Fördermöglichkeiten vor allem der inklusive Gedanke eines sozialgemeinschaftlichen Miteinanders.
Kompass begleitet derzeit 47 Menschen auf ihrem Weg in ein gutes Arbeitsleben.