Mit großem Engagement und viel Einfühlungsvermögen haben kürzlich 13 Frauen und Männer den Aufbaukurs für ehrenamtliche Hospizbegleitung von Kindern und Jugendlichen erfolgreich abgeschlossen.
Wenn ein Kind lebensbedrohlich erkrankt, gerät das gesamte Familienleben aus dem Gleichgewicht. Die große Sorge um das erkrankte Kind beansprucht viel Aufmerksamkeit und Kraft, während die Bedürfnisse der Geschwisterkinder in dieser belastenden Situation häufig in den Hintergrund treten. Für betroffene Familien kann eine einfühlsame und zugleich fachlich kompetente Begleitung daher eine große Unterstützung sein. „Um dieser anspruchsvollen Aufgabe gerecht zu werden, braucht es gut ausgebildete Begleiter*innen“, betont Sabine Mangeng von HOKI. Genau darauf bereitet der Aufbaukurs für die ehrenamtlichen Hospizbegleitung von Kindern und Jugendlichen vor, den kürzlich 13 Frauen und Männer erfolgreich abgeschlossen haben.
In der 40-stündigen Schulung wurden unter anderem Inhalte wie Kindertrauer, Familiensysteme, Entwicklungspsychologie, medizinische, pflegerische und spirituelle Grundlagen vorgestellt und gemeinsam erarbeitet. Neben der Vermittlung von Wissen und dem Erfahrungsaustausch zählte auch die Selbsterfahrung der Teilnehmer*innen zu den wichtigsten Zielen des Aufbaukurses. „Der Kurs war für mich unglaublich wertvoll. Ich profitiere persönlich von den unglaublich guten und erfahrenen Vortragenden“, erzählt eine Absolventin des HOKI-Aufbaukurses.
Zeit schenken, zuhören und da sein
HOKI (Hospizbegleitung für Kinder und Jugendliche) begleitet Familien, in denen Kinder lebensbedrohlich erkrankt. „Dort kümmern wir uns um die erkrankten Kinder und bei Bedarf auch um ihre Geschwister, verbringen Zeit mit ihnen, spielen, lesen vor und gehen auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder ein“, erzählt Caritas-Mitarbeiterin Sabine Mangeng. Dadurch werden gleichzeitig auch die Eltern entlastet. HOKI ist auch in Zeiten des Abschiednehmens und der Trauer für Kinder und ihre Familien da, veranstaltet regelmäßig Workshops in Schulen sowie anderen Bildungseinrichtungen zu den Themen Krankheit, Sterben und Trauer und organisiert eine Waldgruppe für trauernde Kinder und Jugendliche.
Rückmeldungen von Kurs-Teilnehmer*innen: „Das Angebot, beim HOKI-Aufbaukurs teilzunehmen, habe ich nach reiflicher Überlegung angenommen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Der Kurs war vom Einführungsabend bis zum Abschluss sehr gut und professionell organisiert. Die vorgegebenen Themen wurden uns von hervorragenden Referentinnen nähergebracht. Viele Fallbeispiele aus der Praxis erleichterten uns das „Lernen“ sehr. In Teamarbeiten konnten wir das theoretische Wissen zusätzlich vertiefen. Es war einfach spitze!“ Edith Forte-Hollenstein „Die 40 Stunden waren unglaublich wertvoll für mich. Persönlich profitierte ich von den unglaublich guten und erfahrenen Vortragenden. Der Tod macht das Leben endlich – und somit dürfen wir es mit Sinn ausfüllen. Diese Ausbildung war für mich sinnvoll. Für meine freiwillige Tätigkeit In der Waldgruppe und den Einzelbetreuungen waren Inputs dabei, die ich praktisch gut umsetzen kann.“ Monika Wolf „Ich bin froh den Kurs gemacht zu haben. Er ist sehr informativ und wertvoll für mich gewesen. Ich bin froh, bei HOKI ehrenamtlich zu arbeiten. Es gibt einem so viel zurück. Auch wenn es ein schweres Thema ist, ist es die schönste Arbeit. Ich finde es auch sehr wichtig, dass man über dieses Thema redet, weil es auch für die Kinder sehr wichtig ist.“ Manuela Stolz „Als ich mich zum HOKI Aufbaukurs angemeldet habe, war ich einerseits gespannt, was auf mich zukommt und andererseits etwas unsicher, ob es für mich das richtige ist. Jetzt nach dem Abschluss kann ich folgendes Resümee ziehen: Die Auswahl der Referent*innen und der Themen waren hervorragend und stimmig. Das nicht nur in Bezug auf meine zukünftige, ehrenamtliche Tätigkeit, sondern auch ganz speziell für mich in meinem Verständnis und Umgang mit Trauerarbeit und Tod. Nicht unerwähnt möchte ich auch die umsichtige und kompetente Begleitung des Kurses durch Sabine Mangeng und Silvia Mähr lassen, welche durch ihre feine und verständnisvolle Art viel zum Gelingen beigetragen haben.“ Fritz Ortner „Der Gesellschaft etwas zurückgeben!” ist für viele Ehrenamtliche ein wichtiges Motiv. Ein ganz gutes Gefühl ist es, wenn man mit dem richtigen Rüstzeug in eine neue Lebens-Aufgabe starten kann. Die Caritas mit dem Hospiz-Befähigungskurs und dem Aufbaukurs „HOKI“ stellt qualifizierte Ausbildung und fordert Qualitätsstandards ein. Es sind fundierte und sorgfältig vorbereitete Kursreihen, die mit viel Herzblut begleitet werden. Ich gratuliere dem Team Hospiz Vorarlberg dafür und danke den Verantwortlichen und Vortragenden.“ Dietmar Walch „Die Einheiten waren jedes Mal sehr intensiv, spannend vorgetragen, mit Beispielen aus dem „Leben“ - zusammengefasst: Toll!“ Klara Breuss „Die Aufteilung des HOKI Aufbaukurses war sehr gelungen. Der Aufbaukurs hat mir ein gutes Werkzeug in die Hand gegeben – danke - ich konnte sehr viel für mich und mein Tun mitnehmen.“ Karoline Klein |
Hospizbegleitung für Kinder und Jugendliche HOKI Das Hospizteam für Kinder und Jugendliche hat im Rahmen von 255 Einsätzen 1.329 Stunden geleistet. Es wurden 26 Kinder und Jugendliche sowie deren Familien begleitet. In der Waldgruppe für trauernde Kinder und Jugendliche, die an acht Terminen stattfand, wurden sechs Kinder und Jugendliche begleitet. Im Jahr 2025 fanden 23 Workshops in verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen sowie 10 Vorträge über HOKI statt. Nähere Infos und Kontakt: Sabine Mangeng, T 676 88420-5115, M sabine.mangeng(at)caritas.at |
