Mit Spannung wurde der Ausstellungs-Auftakt erwartet. (Fotonachweis: Caritas/Philipp Mück)

Die Leinwand unseres Lebens befüllen

Was bedeutet es, ein erfülltes Leben zu führen? Was ist uns wichtig? Was soll über unser eigenes Leben hinausstrahlen? Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Zürich und der Lebenshilfe Vorarlberg geht diesen Fragen nach. Unter dem Titel „Erfüllung im Leben – erzählt und erlebt“ wurde eine Wanderausstellung gestaltet, die nun in Kooperation mit der Caritas in den nächsten Wochen im WirkRaum in Dornbirn präsentiert wird. 

„Die grenzüberschreitende Wanderausstellung eröffnet Räume, in denen Menschen bedeutsame Erfahrungen, Lebensgeschichten und Zukunftsaussichten teilen. Sie lädt dazu ein, sich mit der Frage zu beschäftigen, was ein erfüllendes Leben in unterschiedlichen Lebenssituationen ausmacht“, beschrieb die Projektverantwortliche Doris Baumann-Schellenberg von der Uni Zürich. Gemeinsam mit Andreas Bartl von der Lebenshilfe leitete sie das Forschungsprojekt der Universität Zürich und der Lebenshilfe Vorarlberg. In ihrer kurzen Einführung ins Thema vermittelte Baumann-Schellenberg auch Quellen eines erfüllenden Lebens: Diese liegen einerseits im Selbst (Wer wollen wir sein? Wie wollen wir uns entwickeln), im Leben selbst (Wofür soll unser Leben stehen?) und schließlich auch in Spuren, die wir für andere hinterlassen. „Daraus entsteht eine innere Zufriedenheit mit der Person, die wir geworden sind, mit der Art, wie wir das Leben geführt haben und mit dem Beitrag, den wir für andere geleistet haben.“ Charakterstärke helfen dabei nicht nur in bunten Zeiten, sondern tragen auch in schwierigen Zeiten, so die promovierte Psychologin. Und schließlich ein Tipp: „Manchmal hilft es bei Entscheidungen auch, das Leben vom Ende her zu betrachten. Das ermöglicht einen anderen Blick.“ 

Frieden mitgestalten
Caritasdirektor Walter Schmolly freute sich beim Ausstellungsrundgang, dass sich die kreativen und bunten Zugänge zum Thema Erfüllung wunderbar in den aktuellen Ausstellungsschwerpunkt des WirkRaums „Frieden mitgestalten“ einfügen. Das Leben sei oftmals sehr voll, aber nicht immer erfüllt. „Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Sicht auf das Leben haben eine wesentliche Fülle in dieses Forschungsprojekt eingebracht.“ Dem pflichtete auch die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vorarlberg, Michaela Wagner-Braito, bei. „Erfüllung entsteht dort, wo Menschen ihre Talente entfalten können und sehen, dass ihr Tun etwas bewegt.“ Die Ausstellung biete eine wunderbare Möglichkeit, persönlichen Erfüllungsquellen nachzuspüren.

Einladung zum Ausstellungsbesuch mit Workshops
Alexander Meixner, der gemeinsam mit Andreas Bartl durchs Programm führte, machte auch auf einen kuratierten Rundgang am Donnerstag, 9. April, von 14 bis 15 Uhr aufmerksam, zudem ist am Dienstag, 14. April, von 18 bis 19.30 Uhr ein „grenzüberschreitender Dialog“ geplant. Ein Workshop „Erfüllungswerkstatt“ mit Doris Baumann-Schellenberg und Andreas Bartl ist für Dienstag, 21. April, von 9.30 bis 11 Uhr angesetzt, der Ausstellungsabschluss findet am Freitag, 24. April, von 9 bis 11 Uhr statt. Geöffnet hat der WirkRaum in der Dornbirner Bahnhofstraße 9 für Ausstellungsbesucher*innen jeweils von Dienstag, bis Freitag, von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag bis Donnerstag, von 14 bis 17 Uhr. Anmeldung zu den Terminen erbeten unter wirkraum(at)caritas.at. Die Teilnahme ist kostenlos. 

Ausstellung “Erfüllung im Leben – erzählt und erlebt” der Lebenshilfe Vorarlberg und Universität Zürich

Ausstellungsdauer: bis 24. April 2026
WirkRaum Öffnungszeiten:
Di bis Fr             9 – 12 Uhr
Di bis Do          14 – 17 Uhr

Weitere Infos: www.caritas-vorarlberg.at/wirkraum