Together for a Sustainable Future (TSF)

Die Regionen Sidama und Oromia sind die Heimat von fast fünfzig Millionen Menschen. Viele Gemeinden stehen in diesen Regionen vor erheblichen Herausforderungen. Eine hohe Mütter- und Kindersterblichkeit, Mangelernährung, klimabedingte Dürren und schwache lokale Wirtschaften prägen den Alltag. Eine gemeinsame Bedarfsanalyse aus dem Jahr 2025 zeigt, dass über 40 % der Haushalte in extremer Armut leben. Frauen und Kinder haben oft nur eingeschränkten Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten. Veraltete Infrastruktur, unzureichende Ausbildung und schwache Verwaltungssysteme verhindern vielerorts zusätzlich eine angemessene Versorgung. In ländlichen Gebieten sind Mädchen zudem weiterhin von früher Verheiratung und anderen leidvollen und schädlichen traditionellen Praktiken (wie bspw. weiblicher Genitalverstümmelung) bedroht.

Das Projekt Together for a Sustainable Future (TSF) ist eine Initiative der Caritas Auslandshilfe Vorarlberg mit dem SOS Kinderdorf Schweiz und wird gemeinsam mit erfahrenen Partnerorganisationen– dem Hawassa Catholic Secretariat, dem Meki Catholic Secretariat, SOS Ethiopia und Spiritan Community Outreach Ethiopia - in Äthiopien umgesetzt. Die Organisationen arbeiten seit über 25 Jahren in ihren jeweiligen Regionen und haben sich in dieser Zeit großes Vertrauen in den Gemeinden und wertvolle Expertise im Einsatz für besonders vulnerable Familien aufgebaut. TSF baut auf diesem Fundament auf und verbindet diese langjährige lokale Erfahrung mit innovativen Ansätzen, um Resilienz und Zukunftsperspektiven in Südäthiopien zu stärken. Vor allem durch die geplante intensive Zusammenarbeit dieser Partnerorganisationen miteinander kann ein noch viel effektiverer Impact erzielt werden. Das TSF‑Projekt stärkt nachhaltig die Lebensqualität, Geschlechtergerechtigkeit und Resilienz von über 250.000 Menschen in besonders vulnerablen Gemeinden. Durch die gezielte Zusammenarbeit der Partnerorganisationen und die Verknüpfung von Bildung, Gesundheit und Einkommensförderung mit starken Gemeindestrukturen entstehen inklusive, resiliente und finanziell tragfähige Zentren lokaler Entwicklung, die bessere Dienstleistungen, Wissensaustausch und Innovation im Alltag ermöglichen

Bildung für alle
TSF arbeitet mit 73 katholischen und 9 öffentlichen Schulen zusammen, um das Thema Inklusion und Bildungsqualität für über 60.000 Schüler*innen zu verbessern. 1.000 Lehrpersonen und Schulleitungen erhalten Fortbildungen zu modernen Unterrichtsmethoden, digitalem Lernen und inklusiver Pädagogik. 15 Schulen werden durch neue Klassenräume, gendergerechte Sanitäranlagen, Solaranlagen und Computerräume modernisiert. Kinder aus ländlichen Gebieten – besonders Mädchen und Kinder mit Behinderungen – erhalten Zugang zu einer pädagogisch fördernden Lernumgebung in einem sicheren Lernumfeld durch ein sehr gut implementierte Kinderschutzstruktur. Durch stärkere Gemeindebeteiligung - vor allem durch die Zusammenarbeit der Lehrer-Eltern-Komiteés - und verbesserte Finanzverwaltung werden Schulen zudem langfristig selbsttragend und enger mit ihren Gemeinden vernetzt.

Gesundheit und Wohlbefinden
Im Gesundheitsbereich stärkt TSF 13 katholische Gesundheitszentren sowie ein zentrales medizinisches Versorgungszentrum und erreicht damit fast 200.000 Menschen mit leistbarer, qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung. Über 300 Fachkräfte werden in Qualitätsstandards, digitalen Systemen sowie der Mutter‑Kind‑Gesundheit geschult. Mobile Dienste und gemeindebasierte Hygienekampagnen erreichen auch entlegene Familien, während Schulungen zu Ernährung, Hygiene und mentaler Gesundheit die Prävention stärken. Gemeinschaftsbasierte Krankenversicherungen sichern den Zugang zu medizinischer Versorgung im Bedarfsfall. So entstehen durch die Verbindung von Prävention und verbesserter Infrastruktur nachhaltige Verbesserungen für die Bevölkerung.

Wirtschaftliche Stärkung und Lebensgrundlagen
Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist ein zentrales Element des TSF‑Programms. Insgesamt werden 79 gemeinschaftliche Spar‑ und Kreditgruppen aufgebaut und Mikrofinanzinstitutionen (SACCOs) gezielt gestärkt. Über 2.000 Frauen und Jugendliche erhalten Schulungen in Basisbildung, Unternehmertum und Finanzplanung. Viele starten eigene Kleinunternehmen oder landwirtschaftliche Aktivitäten und erzielen erstmals ein eigenes Einkommen. Mit zunehmender wirtschaftlicher Stabilität können sie in SACCOs eintreten und weiterführende Finanzdienstleistungen nutzen. Dieses stufenweise Modell stärkt sowohl die individuelle Resilienz als auch nachhaltige lokale Wirtschaftsstrukturen.

Stärkung von Institutionen und lokaler Verwaltung
TSF stärkt lokale zivilgesellschaftliche und staatliche Strukturen. Insgesamt werden 21 gemeindebasierte Organisationen sowie über 70 öffentliche Einrichtungen in Finanzmanagement, Monitoring und Rechenschaftspflicht geschult. Schulen, Gesundheitszentren und lokale Verwaltungen werden gezielt dazu ermutigt, gemeinsam zu planen und zusammenzuarbeiten. Dies fördert Transparenz, Eigenverantwortung und wirksame Dienstleistungen – und schafft die Grundlage für nachhaltige Entwicklung über die Projektlaufzeit hinaus.

Kinderschutz und psychosoziale Unterstützung
Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt des TSF‑Projekts. Aktive Kinderschutzclubs an Schulen, Schulungen für Eltern zu positiver und gewaltfreier Erziehung sowie die Sensibilisierung von Jugendlichen für das Erkennen und Melden von Missbrauch schaffen sichere Rahmenbedingungen. Von Gewalt Betroffene erhalten zudem Zugang zu psychosozialer Unterstützung. So wachsen Kinder in geschützten Umfeldern auf und können aktiv an Entscheidungen teilhaben, die ihr Leben betreffen.

Systemischer Wandel 
TSF bewirkt nachhaltige Veränderung auf drei Ebenen und schafft so die Grundlage für eine Zukunft, in der Familien in Sidama und Oromia mit mehr Würde, aber auch mit neuen Perspektiven und neuer Hoffnung in die Zukunft blicken können.

Auf zivilgesellschaftlicher Ebene werden Partnerorganisationen gestärkt und Netzwerke zwischen NGOs, Behörden, Schulen und Gesundheitseinrichtungen gefestigt. Auf Gemeindeebene entwickeln sich Institutionen zu tragenden Motoren lokaler Entwicklung. Auf individueller Ebene gewinnen Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder Kompetenzen, Selbstvertrauen und langfristige Perspektiven. Insgesamt profitieren von diesem Netzwerkprojekt 277.000 Menschen in 189 Gemeinden direkt vom Programm, über 800.000 weitere indirekt durch gestärkte Gemeindestrukturen.