Vom Lerncafé über den Zivildienst ins Studium

Im Lerncafé  Dornbirn der Caritas Vorarlberg fand Adrian Krasniqi den richtigen Zugang zum Lernen. Heute blickt der 20-Jährige auf Matura und Zivildienst zurück und freut sich ab September auf einen neuen Lebensabschnitt an der Fachhochschule Dornbirn.

Dornbirn. Für Adrian Krasniqi war Schule lange vor allem eines: viel Einsatz und wenig Erfolgserlebnisse. „Ich hatte zwar immer viel gelernt, aber trotzdem schlechte Noten. Das war als Kind sehr frustrierend“, erinnert sich Adrian Krasniqi an seine Zeit als Mittelschüler. Der Dornbirner strengte sich an, investierte Zeit in die Schule und hatte dennoch oft das Gefühl, nicht wirklich voranzukommen. Eine wichtige Unterstützung fand er im Lerncafé Dornbirn der Caritas Vorarlberg. Dort begleiten Freiwillige Kinder und Jugendliche beim Lernen und bereiten sie auf Prüfungen und Schularbeiten vor. Für Adrian Krasniqi wurde die Zeit im Lerncafé zu einem Wendepunkt. „Hier haben mir die Freiwilligen beigebracht, wie ich den Schulstoff strukturieren und sich Inhalte Schritt für Schritt erarbeiten kann. Das war ein entscheidender Unterschied für mich.“

Eigener Weg finden
Statt auswendig zu lernen, begann er Zusammenhänge zu verstehen und seinen eigenen Weg zu finden. Besonders schön war für ihn später, dass er diese Erfahrungen an seine drei jüngeren Geschwister weitergeben konnte. „Ich habe gemerkt, dass sie dieselben Probleme hatten wie ich,“ so der junge Dornbirner.

Rückblickend ist Adrian Krasniqi überzeugt, dass diese Unterstützung weit über bessere Noten hinausging. Sie habe ihm geholfen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und seinen Weg zu finden. Nach der Mittelschule besuchte er die Höhere Lehranstalt für Tourismus in Bludenz und schloss diese im    Juni 2025 erfolgreich mit der Matura ab. Wenig später führte ihn sein Weg erneut zur Caritas – diesmal als Zivildiener im WirkRaum Dornbirn, einem Begegnungsort der Caritas Vorarlberg, an dem Menschen zusammenkommen, Ideen austauschen und gemeinsam Projekte für ein gutes Miteinander auf den Weg bringen. 

Anpacken als Zivi
Dort packte er an, wo Unterstützung gebraucht wurde: bei Veranstaltungen, in der Vorbereitung von Räumen oder im täglichen Betrieb. Dabei hatte er stets einen hohen Anspruch an sich selbst. „Ich möchte Aufgaben nicht halbherzig erledigen, sondern ganz“, sagt der 20-Jährige. Besonders in Erinnerung bleiben ihm die Menschen, mit denen er zusammenarbeiten durfte. „Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt.“ Im Team habe er viel Offenheit und Vertrauen erlebt. Ideen seien willkommen gewesen, genauso wie ehrliches Feedback. „Ich durfte auch sagen, wenn etwas einmal nicht gepasst hat.“ Zu seinen persönlichen Höhepunkten zählen das Musical der Jugendbotschafter*innen und die Freiwilligenfeier. Dort konnte er Verantwortung übernehmen, sich einbringen und Neues ausprobieren. „Jeder Tag ist anders, je nachdem, welche Anfragen kommen“, erzählt er. Gleichzeitig lernte Adrian Krasniqi, auf unterschiedliche Menschen zuzugehen, zuzuhören und flexibel auf neue Situationen zu reagieren. Gerade diese Erfahrungen seien für seine persönliche Entwicklung besonders wertvoll gewesen: „Ich werde mich immer gerne an die spannende Zeit als Zivildiener im WirkRaum zurückerinnern.“

Das nächste Kapitel
Nach seiner Zivildienstzeit arbeitete er noch zwei Monate als Ferialmitarbeiter im WirkRaum mit. Im Herbst beginnt dann ein neuer Lebensabschnitt: An der Fachhochschule Dornbirn startet er ein Informatikstudium. „Darauf freue ich mich schon sehr,“ sagt er, der gerne seine Freizeit beim Programmieren und Tüfteln verbringt. Was er jungen Menschen mitgeben möchte, hat viel mit seinem eigenen Weg zu tun: „Stellt Fragen, seid wissbegierig und offen für Neues. Nur so kann man sich weiterentwickeln.“